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Werkstudententätigkeit und Masterarbeit

Hallo,

ich fange bald an, meine Masterarbeit in einem Unternehmen zu schreiben. Aktuell habe ich noch einen Werkstudentenjob, welchen ich gerne beibehalten würde.

Der Masterandenvertrag ist auf 40 Stunden/Woche geschlossen. Die Arbeit schreibe ich nicht im Betrieb vor Ort, sondern in der Heimat, wo ich auch den Werkstudentenjob habe.

Ist eine Kombination möglich? Oder geht das nicht, da ich bereits 40 Stunden pro Woche für die Masterarbeit den Vertrag habe?

 

Viele Grüße, Marie

MarieS: 12.02.2020 |
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  • RE: Werkstudententätigkeit und Masterarbeit

    Hallo Marie,

    vielen Dank für deine Anfrage.

    Bist du als Masterandin ausschließlich zur Erstellung deiner Abschlussarbeit im Unternehmen und erbringst keine direkt für den Betrieb verwertbare Arbeitsleistung, zählt die Zeit, die du dort verbringst nicht als Arbeitszeit, sondern als Zeit für dein Studium (ähnlich wie bei Pflichtpraktika) und damit nicht in die 20h-Regel mithinein.

    Es gibt in der SV auch einen speziellen Status für Masterand_innen. Erhälst du eine Vergütung, ist diese grundsätzlich sozialversicherungsfrei.

    Wenn du nebenbei noch als Werkstudentin in einem anderen Betrieb tätig bist, ist das in der Regel kein Problem.

    Beachte aber die Regelungen nach dem Arbeitszeitgesetz. Demnach darfst du nicht mehr als 8h/Tag (10h/Tag bei Ausgleich) bei einer 6-Tage-Woche und damit nicht mehr als 48h/Woche abhängig beschäftigt werden.
    Bistst du 40h/Woche für deine Masterarbeit im Betrieb, kannst du noch maximal 8h/Woche nebenbei arbeiten. Auch die gesetzlichen Pausen- und Ruhezeiten sind dabei einzuhalten.

    Sollten die strengen Voraussetzungen (siehe Link oben) für den Masterand_innenstatus nicht erfüllt sein, könnte es auch sein, dass dein Masterand_innenverhältnis wie ein reguläres Arbeitsverhältnis angesehen wird. Dann zählt die Zeit dort als Arbeitszeit im Sinne der 20h-Regel und du musst ggf. im bisherigen Werkstudijob voll sozialversicherungspflichtig als Arbeitnehmerin angemeldet werden. Das bedeutet, dass von deinem Gehalt nicht mehr nur Beiträge in die Rentenversicherung (RV) eingezogen werden, sondern auch in die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (KV, PV, AV). Dafür entfällt aber die studentische Pflichtversicherung (und damit auch die Kosten dafür).
    Allerdings können dann auch im Masterand_innenverhältnis - je nach Vergütungshöhe und Anstellungsart - Sozialversicherungsbeiträge fällig werden.

    Steuerlich komt es darauf an, was du insgesamt verdienst.
    Der Steuergrundfreibetrag beträgt 9408€/Jahr (plus 1000€ Werbungskostenpauschale). Wenn du mehr verdienst, wird Einkommenssteuer fällig – aber nur auf den Betrag, der deinen Freibetrag (plus ggf. Vorsorgeaufwendungen, Sonderausgaben oder höhere Werbungskosten) übersteigt.

    Hast du bei mehreren Beschäftigungen in unterschiedlichen Lohnsteuerklassen ggf. hohe Abzüge, kannst du sämtliche zu viel eingezogenen Steuern am Jahresende mit einer Steuererklärung zurückbekommen.

    Was du sonst noch beachten solltest, wenn du mehrere Jobs kombinierst, kannst du hier nachlesen.  

    Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne wieder an uns wenden.

    Beste Grüße
    Andrea
    DGB-Jugend Studierendenberatung

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    dgb-jugend: 13.02.2020


  • RE: Werkstudententätigkeit und Masterarbeit

    Hallo Andrea,

    vielen Dank für die Rückmeldung. Habe ich das richtig verstanden? In meinem Fall erbringe ich keine direkt verwertbare Arbeitsleistung. Angenommen ich würde somit 2 Tage (insgesamt 16 Stunden) als Werkstudentin in einem anderen Betrieb arbeiten, wäre das in Ordnung? Ich habe das mit den 40 Stunden noch nicht ganz verstanden. Bedeutet das, dass ich effektiv offiziell "nur" 24 Stunden an der Masterarbeit schreiben darf (40-16), oder zählt die Zeit für die Masterarbeit gar nicht? Ich bin ja nicht im Betrieb, sondern schreibe von zuhause aus. 

    Viele Grüße, 
    Marie

    MarieS: 14.02.2020


  • RE: Werkstudententätigkeit und Masterarbeit

    Hallo Marie,

    ja, wenn du im einen Betrieb die Voraussetzungen für den Masterand_innenstatus erfüllst, kannst du problemlos in einem anderen Betrieb als Werkstudentin arbeiten. Die Zeit für die Masterarbeit zählt nicht in die 20h-Regel für den Werkstudierendenstatus hinein.

    Die gesetzlich erlaubte wöchentliche Höchstarbeitszeit liegt bei 48h. Hier zählt die Zeit aus einem Masterand_innenvertrag allerdings in der Regel schon mit hinein.  Wenn du also 16h/Woche als Werkstudentin arbeitest, bleiben für den Masterand_innenvertrag noch 32h/Woche Wenn im Vertrag aber 40h/Woche vereinbart sind, darfst du streng genommen nur noch 8h/Woche im Werkstudijob arbeiten.

    Wie das ist, wenn du ausschließlich zuhause an deiner Arbeit schreibst, also gar nicht im Betrieb bist, kann ich nicht sicher sagen. Da es empflindliche Strafen beim Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz geben kann (Geldbuße bis hin zu Freiheitsstrafe), die aber ausschließlich Arbeitgeber_innen trifft, sprich am besten mal mit beiden. Dann bist du auf der sicheren Seite und kannst die Verantwortung abgeben, da ein eventuelles Risiko bei denen liegt. 
    Wenn du sowieso nicht im Betrieb bist, könnte es vielleicht auch eine Lösung sein, den Masterand_innenvertrag auf 32h/Woche zu senken? Dann geht die Kombination sicher klar.

    Beste Grüße
    Andrea

    dgb-jugend: 18.02.2020


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