Deutscher Gewerkschaftsbund

Kein Studium ohne Wohnraum: Mi(e)tmachen bei der bundesweiten Aktionswoche

Keine Lust mehr auf Schikane beim Wohnen: Die DGB-Jugend unterstützt die Mietenaktionstage vom 4. bis 8. November 2013.

Steigende Mieten, zu wenige Studi-Wohnheimplätze und endlose WG-Castings: So sieht sie aus, die Realtität für viele Studierende zum Semesterstart. Notdürftig werden Unterkünfte eingerichtet und Privatpersonen gesucht, die noch spontan eine Bleibe zur Verfügung stellen. So geht es jetzt schon seit Jahren - und durch die steigenden Studierendenzahlen ist das Problem heute hoch brisant. An der Universität in Göttingen beispielsweise sah sich die Studierendenvertretung schon genötigt, aufgrund gestiegener Studienanfängerzahlen wohnungslose Studierende in ihren Räumen unterzubringen ("Unsere Notunterkünfte werden dankbar angenommen und sind schon jetzt ziemlich gut belegt").

Das Bündnis "Studis gegen Wohnungsnot", an dem sich - logisch: neben dem Göttinger AStA - auch die DGB-Jugend beteiligt, will sich nicht mehr mit Sonntagsreden der PolitikerInnen abspeisen lassen, die von der "Bildungsrepublik Deutschland” und freiem Hochschulzugang erzählen, aber an der materiellen Grundlage des Zugangs zur Bildung nichts ändern möchten. "Wer studiert, muss auch bezahlbaren Wohnraum in Hochschulnähe finden können", erklärt Susanne Braun, bei der DGB-Jugend für Hochschule zuständig. "Wenn der Zugang zum Studium nicht am Geldbeutel der Eltern hängen soll, muss auch eine kostengünstige soziale Infrastruktur sichergestellt sein", sagt die politische Referentin.

Mietenaktionstage

Illustration: Bündnis

Hier der offizielle Bündnis-Aufruf zur Mietenaktionswoche:

Recht auf Wohnraum – Studentische Forderungen zur Verbesserung der Wohnraumsituation

"Wohnraum wird in unserer Gesellschaft als Ware betrachtet, die nur jenen zur Verfügung steht, die sie sich leisten können. Dabei bräuchten wir ein Recht auf bezahlbaren Wohnraum für alle.

Viele, die Wohnraum und Flächen besitzen, wollen durch hohe Mieten und Spekulation maximalen Profit erlangen. Entweder gehörst du zu den Leuten, denen die Miethöhe egal sein kann oder du musst dich mit über hundert BewerberInnen in WG-Castings herumschlagen und Angst vor der nächsten Mieterhöhung haben. Gleichzeitig steht Wohnraum vielerorts leer.

Die gleiche Problematik betrifft alle Menschen mit keinem oder geringem Einkommen. Eltern und Menschen mit Handicap haben bei der Wohnungssuche zusätzliche Probleme.
Auch die steigende Anzahl der privaten Wohnheimplätze löst die Probleme nicht, da die Mieten dort meist weit über der BAföG-Wohnungspauschale von 224 Euro liegen.
Gleichzeitig ziehen sich die Länder aus ihrer Verantwortung zurück und streichen den Studierendenwerken die Zuschüsse.

Bund und Länder haben sich aus der Förderung sozialen Wohnbaus weitestgehend zurückgezogen und privatisieren zunehmend öffentlichen Wohnraum.
Der Verzicht auf zusätzliche Steuereinnahmen in Zusammenhang mit der Schuldenbremse verschärft das Problem.

Deshalb fordern wir:

  • Gesicherte Bereitstellung von bezahlbaren Wohnungen in Hochschulnähe
  • Neubau von mindestens zusätzlichen 25.000 Wohnheimplätzen und Schaffung eines Bund-Länder-Programms zur ausreichenden Wohnungsversorgung
  • Erhöhung der finanziellen Förderung der Studierendenwerke durch Bund und Länder, u. a. für Instandhaltung und Sanierung der Wohnheime
  • Rekommunalisierung von ehemals staatlichen und städtischen Wohnungen oder Flächen und ein verstärktes Engagement der Kommunen im sozialen Wohnungsbau
  • Mietpreisbremse bei Altverträgen, keine Mieterhöhung wegen Neuvermietung
  • Ausbau des barrierefreien und familiengerechten Wohnraums
  • Wer MaklerInnen beauftragt, muss auch für sie zahlen
  • Gewährleistung von kostenlosen Notfallunterkünften – schon in diesem Herbst.

Leider waren die vergangenen Jahre von stetigen Verschlechterungen gekennzeichnet. Dabei könnten durch verschiedene Instrumente, beispielsweise die Abschaffung der Schuldenbremse, die Umverteilung von Reichtum durch die Erhöhung von Erbschafts-, Vermögens- und Spitzensteuersatz Verbesserungen leicht finanziert werden. Deswegen wollen wir vom 4. bis 8. November mit bundesweiten Aktionstagen auf die Probleme hinweisen und unsere Forderungen lautstark kundtun!

Die Homepage des Bündnisses: http://studis-gegen-wohnungsnot.de

Was in eurer Stadt läuft, findet ihr hier.