Deutscher Gewerkschaftsbund

Delegierte Jacqueline Kluge: Das gewisse Know-how

Die JAV-Vorsitzende Jacqueline Kluge ist bei der IG BCE und mit 21 Jahre die jüngste Delegierte.

Junge Frau

© Jürgen Kiontke

Wie kamst du zum DGB-Kongress?
Meine Gewerkschaft hat mich angesprochen. Ich bin seit 2009 Mitglied, seit meiner Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation. Damals hat sich die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) vorgestellt. Die hatten so viel erreicht, das wollte ich auf jeden Fall unterstützen, und sei es nur, als einfaches Mitglied.

Wie bist du in der JAV gelandet?
Erst war ich Nachrückerin, aber bald schon JAVine. Ich habe mich dann sehr viel mit Gewerkschaft, mit Politik und Jugend im Betrieb beschäftigt. Ich kann sagen, ich habe mich weitergebildet. Meine Kollegen waren ebenfalls der Meinung, dass ich das gewisse Know-how mitbringe, um JAV-Vorsitzende zu sein.

Was sind die größten Probleme in eurem Betrieb?
Ich arbeite bei Boehringer Ingelheim, ein toller Arbeitgeber mit einer guten Ausbildung. Bei uns werden schon viele übernommen, aber ich will, dass die unbefristete Übernahme der Normalfall ist. Viele sind aber befristet, auch noch mit Kettenvertrag. Wir haben immerhin eine Konzernbetriebsvereinbarung erreicht, die besagt, dass 25 Prozent Azubis unbefristet übernommen werden müssen.

Wie erlebst du den Kongress?
Die Jugend erfährt hier den nötigen Respekt. Unsere Aktionen werden gesehen - das ist die ideale Plattform. Das Wichtigste ist der Mindestlohn für Unter-18-Jährige! Deshalb auch die große Aktion, als Andrea Nahles kam. Da müssen wir als Jugend einfach zusammenhalten. Die Debatte über den zivilen Ungehorsam hat mich emotional sehr mitgenommen – aber das macht Gewerkschaften aus!