Deutscher Gewerkschaftsbund

Gespräch im Kanzleramt: Jugendgarantie sofort umsetzen!

Jugendarbeitslosigkeit

© DGB/Christiane Menze

Zum Gespräch über Europas Jugend gekommen: Florian Haggenmiller und Michael Sommer am 3. Februar 2014 vor dem Bundeskanzleramt in Berlin.

Der DGB trifft Angela Merkel: Gespräche über die Jugendarbeitslosigkeit in Europa.

Die bisherigen Bemühungen der Politik zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa seien unzureichend, sagte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer nach einem Treffen junger europäischer GewerkschafterInnen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 3. Februar 2014. Die Umsetzung der europäischen Jugendgarantie gleiche bisher einem Flickenteppich.

Jugendliche werden bei der Ausgestaltung und Umsetzung der Maßnahmen zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit in sehr begrenztem Umfang beteiligt. "Es wird nur über, aber nicht mit der Jugend geredet. Schnelles und entschlossenes Handeln, um der Jugend wieder eine Perspektive zu geben, sieht anders aus", bekräftigte DGB-Jugendsekretär Florian Haggenmiller die Kritik.

Im Juli 2013 hatte die Europäische Union ein Hilfsprogramm für arbeitslose Jugendliche in den europäischen Krisenstaaten in Höhe von sechs Milliarden Euro aufgelegt. Mit dieser EU-Jugendgarantie sollten junge Menschen innerhalb von vier Monaten entweder eine Arbeitsstelle, einen Praktikums- oder einen Weiterbildungsplatz bekommen. Merkel habe zugesagt, die Maßnahmen des Jobprogramms bei einem Treffen auf EU-Ebene im Frühjahr dieses Jahres zu überprüfen. Sie wolle sich vor dem EU-Gipfeltreffen in Rom Mitte des Jahres wieder mit der europäischen Gewerkschaftsjugend über die Jugendarbeitslosigkeit beraten.

Für die Umsetzung der Jugendgarantie in den Eurostaaten werden nach Berechnung der International Labour Organization mindestens 21 Milliarden Euro notwendig sein, sagte Florian Haggenmiller. Er begrüßte, dass sich die Kanzlerin persönlich für weitere Mittel einsetzen werde, wenn die sechs Milliarden schnell aufgebraucht seien.

"Wir haben deutlich gemacht, dass wir schnell arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für die arbeitslosen Jugendlichen in Europa wollen", sagte Sommer. Es helfe nicht, wenn die jungen Menschen ein halbes Jahr ein Praktikum machten und anschließend wieder arbeitslos seien. Deshalb brauche man gleichzeitig europaweit Investitionsmaßnahmen, die die Konjunktur in den Krisenländern wieder ankurbeln.


Kanzlerinnen-Handout (PDF, 593 kB)

Das Handout, das die DGB-Jugend Frau Merkel überreichte.