Deutscher Gewerkschaftsbund

"Gelbe Hand": Engagement gegen Rassismus ausgezeichnet

Am 18. März 2019 fand in der sächsischen Staatskanzlei in Dresden mit rund 100 Gästen aus Politik, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft die Preisverleihung des bundesweiten Jugendwettbewerbs "Die Gelbe Hand" statt, der jedes Jahr vom gewerkschaftlichen Antirassismus-Verein "Mach meinen Kumpel nicht an! e.V." durchgeführt wird. Die Schirmherrschaft über den Wettbewerb und die Laudatio für die Preisträger_innen übernahmen der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Michael Kretschmer (CDU), und die ehemalige Vorsitzende der Gewerkschaft NGG, Michaela Rosenberger.

Gruppenfoto "Gelbe Hand"-Gewinner

© Gelbe Hand

Die Gewinner der "Gelben Hand"-Preise 2019

Berufsschüler_innen, Auszubildende und junge Gewerkschafter_innen aus ganz Deutschland haben sich mit kreativen Projekten gegen Rassismus und Rechtsextremismus am Wettbewerb beteiligt und so ein Zeichen für ein solidarisches Miteinander in den Betrieben wie in der Gesellschaft gesetzt. Diese Projekte für Vielfalt und Toleranz wurden nun in Dresden ausgezeichnet.

Den 1. Preis erhielten die Auszubildenden Esra Güven, Kimberly Mager und Julian Neuss von der Deutschen Post AG in Neuss mit ihrer Präsentation "Hier stört anders sein nicht", der die Vielfalt in ihrem Betrieb thematisiert. Dabei zeigen sie, welche Stationen ein Brief durchlaufen muss, um von A nach B zu kommen und wie viele unterschiedliche Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkunft daran beteiligt sind. Mit ihrer PowerPoint-Präsentation senden die Auszubildenden eine klare Botschaft: Vielfalt ist eine Stärke im Betrieb und Rassismus hat dort nichts zu suchen.

Ministerpräsident Kretschmer betonte: "Es ist wichtig, dass wir uns alle tagtäglich gemeinsam für ein gutes Miteinander und Zusammenhalt einsetzen. Für Fremdenfeindlichkeit und Rassismus darf kein Platz in unserer Gesellschaft sein. Der Wettbewerb "Die Gelbe Hand" unterstützt diese Ziele und fördert die aktive Auseinandersetzung junger Menschen mit diesen Themen am Arbeitsplatz. Es ist ermutigend zu sehen, wie viele kreative Wettbewerbsbeiträge von Berufsschülerinnen und Berufsschülern, Auszubildenden und jungen Gewerkschaftern entstanden sind."

Auch Michaela Rosenberger, ehemalige Vorsitzende der NGG, bekräftigte: "Als Gewerkschaften leisten wir unseren Beitrag in den Betrieben im Kampf für gleiche Arbeitsbedingungen und gegen Diskriminierung in der Arbeitswelt. Es macht Mut zu sehen, wie viele Beiträge eingereicht und prämiert wurden. Es zeigt, dass junge Menschen die freie und offene Gesellschaft und die Vielfalt am Arbeitsplatz verteidigen!"

Der 2. Preis ging an die Berufsschulklasse der BBS Technik Cloppenburg. In einem selbstgedrehten Video machen sie auf Diskriminierungssituationen im Alltag – ob im Straßenverkehr, beim Einkaufen oder im persönlichen Gespräch – aufmerksam und setzen dem eine "Gelbe Hand" entgegen.

Der 3. Preis wurde an die Maler_innen und Lackierer_innen der Eugen-Reintjes-Schule Hameln vergeben für ihre Collage "Unsere Nationalität? – Mensch!", die in Form einer großen Schauplatte sichtbar für alle Schüler_innen und Besucher_innen im Schulgebäude angebracht wurde. Entstanden ist eine kreative Auseinandersetzung mit den Fragen des Zusammenlebens.

Der Sonderpreis der DGB-Jugend Nordrhein-Westfalen ging an die DGB-Gruppe der Hochschule Rhein-Waal Kleve und Kamp-Lintfort (Nordrhein-Westfalen) für ihre Aktionswoche "#BeVocal", bei der Rassismus in der Hochschullandschaft u.a. mit einer Fotoaktion sichtbar gemacht werden sollte.

Den Sonderpreis DGB-Jugend Sachsen erhielt der Bezirksjugendausschuss Dresden-Chemnitz (BJA) der IG BCE (Sachsen). In einem Videosketch stellen die BJA-Mitglieder einen Alltagsdialog im Pausenraum dar, bei dem menschenfeindlichen Äußerungen gegen Geflüchtete die Grenzen aufgezeigt werden.

Der Sonderpreis Sachsen wurde an Schüler_innen des Beruflichen Schulzentrums Wurzen verliehen für ihren internationalen Austausch mit Schüler_innen aus Litauen und Norwegen im Projekt "Gemeinsame Geschichte und gemeinsame Zukunft in Europa".

Der Vorsitzende des Kumpelvereins, Giovanni Pollice, zeigte sich erfreut über die Kreativität der eingereichten Projekte: "Dieses großartige Engagement der Jugend für Demokratie und Vielfalt ist nicht selbstverständlich." Gerade heute sei Rassismus nicht nur am rechten Rand, sondern in der Mitte vorzufinden. "Menschenverachtenden, rassistischen und demokratiefeindlichen Gesinnungen müssen wir mit aller Kraft entgegentreten. Mehr denn je! Dabei macht dieses Engagement von jungen Menschen Mut", so der Vorsitzende.

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Der Kumpelverein "Die Gelbe Hand"
Der gewerkschaftliche Verein "Mach meinen Kumpel nicht an! – für Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus e.V." engagiert sich seit der Gründung vor über 30 Jahren gegen Rassismus und Rechtsextremismus in Betrieb und Gesellschaft. Damit ist der Verein eine der ältesten antirassistischen Organisationen in Deutschland und der Verein aller DGB-Gewerkschaften. Sein Logo, die Gelbe Hand, ist das gewerkschaftliche Symbol gegen Rassismus. Bundesweit hat der Verein rund 1.900 Fördermitglieder.