Deutscher Gewerkschaftsbund

Equal Pay Day: Frauen verdienen im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer

Der Equal Pay Day fällt 2016 auf den 19. März - bis zu diesem Tag arbeiten Frauen rechnerisch umsonst, also ohne Vergütung. Dies beruht auf der Entgeltlücke, die sich in Deutschland seit Jahrzehnten auf einem hohen Level einpendelt: Frauen verdienen rund ein Fünftel weniger als Männer. Schluss damit, sagt die Gewerkschaftsjugend.

Equal Pay Day Plakat

"Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern in Deutschland bei 21 Prozent", meldete am 16. März das Statistische Bundesamt. Die Entgeltlücke ("Gender Pay Gap") zwischen Frauen und Männern ist damit erstmals seit fünf Jahren wieder gesunken – zumindest um einen Prozentpunkt. So weit, so schön.

Aber: Ein wesentlicher Grund für den Rückgang ist nicht die plötzliche Einsicht von Unternehmen, dass diese Lücke endlich geschlossen werden muss. Der Grund ist vor allem der von den Gewerkschaften erkämpfte gesetzliche Mindestlohn, der vielen Frauen im Niedriglohnsektor zugute gekommen ist. Das Statistische Bundesamt bestätigt, dass die Lohn-Zuwächse vor allem "bei den vom Mindestlohn betroffenen ungelernten (+3,4 Prozent) und angelernten (+3,5 Prozent) Arbeitnehmerinnen" zu finden sind.

Zentrale Kundgebung am Vortag des Equal Pay Day:
18. März 2016, 12 bis 13 Uhr, Brandenburger Tor, Berlin

Doch die Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen muss sich deutlich schneller schließen. "Wir brauchen endlich ein wirksames Lohngerechtigkeitsgesetz, damit die Unternehmen ihre Entgeltpraxis überprüfen und Frauen und Männer gleich bezahlen", fordert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.

Und wie ist es speziell mit den jungen Arbeitnehmerinnen? Untersuchungen der DGB-Jugend haben zutage gefördert, dass sich die Lücke beim Einkommen ("Gender Pay Gap") schon in der Berufsausbildung auftut. Auch der Anteil befristeter Verträge hat innerhalb von zehn Jahren insbesondere bei jungen Frauen rasant zugenommen, wie der DGB in einer anderen Expertise analysiert hat. 40 Prozent der unter 30-jährigen in Vollzeit arbeitenden Frauen verdienten 2010 weniger als 1.500 Euro brutto und liegen damit oft nahe am Niedriglohnbereich.

Zudem sind junge Frauen öfter auf Hartz IV angewiesen als junge Männer. Auch bei den erwerbstätigen Hilfebedürftigen ist die Zahl junger Frauen größer. Arbeitslose Frauen, die im Hartz-IV-System stecken, werden nicht ausreichend gefördert bzw. in Jobs vermittelt, die nur geringe Integrationschancen bieten. 

Grund genug, auf die Straße zu gehen! In diesem Jahr fällt der Equal Pay Day auf den 19. März. Gemeinsam mit dem Sozialverband Deutschland und dem Deutschen Frauenrat organisiert der DGB am Vortag, also am 18. März, die zentrale Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin.


18. März 2016, 12 bis 13 Uhr, Brandenburger Tor, Berlin. Weitere Infos auf den Seiten des DGB.