Deutscher Gewerkschaftsbund

Feministischer Kampf ist Arbeitskampf!

Erneut organisieren DGB-Jugend, Grüne Jugend, Jusos und linksjugend ['solid] gemeinsam Aktionen zum Frauenkampftag.

Die DGB-Jugend im Bündnis mit Grüner Jugend, linksjugend ['solid] und Jusos beim Frauen*kampftag 2021.

Alle sind aufgerufen, die Forderungen am 8. März auf die Straße und ins Netz zu bringen!

Hier findet ihr Forderungen, die wir gemeinsam auf die Straße bringen wollen. Da dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie alles anders ist, werden wir in Berlin eine sehr kleine Aktion vor dem Bundeskanzlerinnenamt veranstalten.

Wir rufen euch ebenfalls dazu auf, unter dem Slogan "Feministischer Kampf ist Arbeitskampf" Banner zu gestalten, auf die Rathausplätze zu ziehen und kleine Aktionen durchzuführen. Des Weiteren schicken wir euch diese fünf Forderungen, die wir für dieses Jahr gemeinsam formuliert haben. Verwendet sie gerne für eure Social-Media-Arbeit vor und am 8. März.

Das Patriarchat überwinden zu wollen ist für uns keine leere Floskel, sondern mit konkreten Zielen verknüpft.

Unsere fünf Forderungen zum Frauenkampftag

  1. Für bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen in systemrelevanten Berufen! In der Pandemie sehen wir glasklar, welche Berufe unsere Gesellschaft am Laufen halten, welche Berufe vielleicht auch (über)lebenswichtig sind. Sogenannte systemrelevante Berufe werden mehrheitlich von Frauen ausgeübt und gleichzeitig meist sehr viel schlechter bezahlt als Berufe mit vergleichbar langer Ausbildung. Egal ob Erzieherin, Pflegerin oder Verkäuferin - die Berufe, auf die wir uns tagtäglich verlassen, müssen besser entlohnt werden; mehr noch: die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen müssen radikal verbessert werden. Hierfür bedarf es einer Anhebung des Mindestlohns, einer Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen und personeller Aufstockungen.

  2. Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich! Eine 30-Stunden-Woche darf keine Utopie bleiben! Bereits vor der Pandemie arbeiteten 47 Prozent der Frauen in Teilzeit, während es bei Männern nur 15 Prozent waren. Grund dafür ist, dass der größte Teil der unbezahlten Sorgearbeit von Frauen geleistet wird. Diese Situation hat sich während der Corona-Krise noch weiter verschärft. Wenn diese Care-Arbeit nicht mit einem Vollzeitjob vereinbar ist, sind es aktuell in erster Linie Frauen, die für dafür ihre Arbeitszeit reduzieren oder sie zusätzlich zur eigenen Erwerbsarbeit übernehmen. Wir wollen das ändern und sehen als Lösung für eine gerechte Umverteilung von Care-Arbeit und mehr Zeit zum Leben eine radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich für alle. Wir kämpfen für die gesellschaftliche Anerkennung von Sorgearbeit. Arbeit ist Arbeit und sollte nicht an ihrer Profitabilität gemessen werden.

  3. Migrantische Arbeit sichtbar machen! Besonders migrantische Arbeiterinnen mussten bereits vor der Pandemie oft in unwürdigen Verhältnissen für einen unterirdischen Lohn schuften. Insbesondere in der privaten Pflege älterer Menschen zu Hause sind oftmals Frauen aus Osteuropa tätig. Für sie gelten häufig kaum Arbeitsschutzstandards. Es fehlt an Ansprechpersonen außerhalb dieses privaten Haushaltes. Dadurch sind diese Pflegerinnen oftmals den Vermittlungsfirmen vollständig ausgeliefert. Diese systematische Ungerechtigkeit muss ein Ende haben! Rassismus ist ein strukturelles Problem, das bei der Ausbeutung migrantischer Arbeiterinnen besonders sichtbar wird. Wir fordern eine Erhöhung des Mindestlohns und verschärfte gesetzlich verankerte Mindeststandards an Arbeitsstellen. Niemand kann 24 Stunden am Tag arbeiten - auch nicht wochenlang im Bereitschaftsdienst.

  4. Feministische Arbeitskämpfe - durch die Corona-Krise 20 Jahre zurückgeworfen! Patriarchale und chauvinistische Argumentationsmuster, die Frauen weniger Fähigkeiten zusprechen, lehnen wir entschieden ab. Es sind dieselben Stimmen, die unterschlagen, dass auch heute noch ein Großteil der unbezahlten Sorgearbeit wie Kinderbetreuung, Haushaltsführung oder Pflege von Angehörigen von Frauen geleistet wird. Obwohl die Sensibilität für geschlechterspezifische Unterschiede heute größer zu sein scheint als vor 50 Jahren, kann von Geschlechtergerechtigkeit noch keine Rede sein! Die Folgen: Frauen verdienen immer noch fast ein Viertel weniger als Männer und haben signifikant schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen. Zwei Drittel aller Frauen haben keine langfristige eigene Existenzsicherung. Frauen bekommen mit etwa 600 Euro durchschnittlich nur halb so viel Rente wie Männer. Frauen werden häufig dazu gezwungen, länger aus dem Erwerbsleben auszusteigen oder ihre Erwerbsarbeitszeit zu reduzieren, beispielsweise für Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen. Das führt oft in finanzielle Notlagen. Wir fordern die Aufwertung von weiblich dominierten Berufen und eine Frauenquote von 50 Prozent bei Führungskräften in allen Betrieben – unabhängig von ihrer Größe. Gleichermaßen müssen kostenlose KiTa-Plätze bundesweit ausgebaut werden.

  5. Stoppt Sexismus am Arbeitsplatz! Jede_r Zweite hat schon einmal sexualisierte Belästigung im Arbeitsleben erlebt oder zumindest beobachtet. Auch nach #metoo ist Sexismus und sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz noch immer ein Thema, über das ungern gesprochen wird. Das führt unter anderem dazu, dass Betroffene nicht wissen, dass das, was ihnen passiert ist, Belästigung und nicht ihre Schuld ist, nicht wissen, wie sie damit umgehen und an wen sie sich wenden können. Oft hat dies psychische und berufliche Folgen für die von Belästigung betroffene Person. Sexualisiere Belästigung findet zwar überall statt, die Beschäftigten der Gesundheitsberufe sind jedoch besonders häufig betroffen. Auszubildende, Praktikant_innen und Berufseinsteiger_innen sind dabei in einer besonders verletzlichen Situation, da sie in einem ganz anderen Maße abhängig von Vorgesetzten und älteren Kolleg_innen sind. Wir fordern die Einhaltung der ILO-Konvention 190 und ein starkes und weltweit verbindliches "Null-Toleranz"-Signal gegen Sexismus und Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz.


Weitere Infos

Digitaler Weltfrauentag 2021
Es besteht die Möglichkeit, einen digitalen Tag mit den Frauen im DGB und den Mitgliedsgewerkschaften zu verbringen. Hier findet ihr die Sammlung aller Veranstaltungen der DGB Frauen rund um den 8. März: Aktionen

Spot "Kämpfst du mit uns?"
Mehr Gewerkschaft. Mehr Gleichstellung. Mehr denn je!: Hier geht es zum Spot der DGB-Frauen, der am 8. März um 10:00 Uhr veröffentlicht wird: Spot

DGB-Frauen auf Social Media
Hier geht es zum Facebook-Auftritt der DGB-Frauen.

Lunchsession:
Und zu guter Letzt: Am 8. März um 12 Uhr findet die DGB-Lunchsession mit Elke Hannack statt. Im Vorfeld der Lunchsession können Fragen und Kommentare an Elke gestellt werden. Bitte verbreitet die Einladung weiter. Hier findet ihr alle weiteren Infos zur Lunchsession.

Wir wünschen allen einen erfolgreichen Internationalen Frauentag!