Deutscher Gewerkschaftsbund

Neue Daten: Wer Auszubildende will, muss die Ausbildung besser machen!

 Neue Daten des Statistischen Bundesamtes zum Ausbildungsektor: Die DGB-Jugend bemängelt die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe. Florian Haggenmiller: "Die Politik darf nicht länger wegsehen."

Florian Haggenmiller

© Simone M. Neumann

DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller

Am Mittwoch, den 13. April 2016 veröffentlichte das Statistische Bundesamt, die Information, dass im vergangenen Jahr nur 516.200 junge Menschen - und damit so wenig wie nie zuvor - eine duale Berufsausbildung begonnen haben.Demnach wurden sowohl im Handwerk, als auch in der Industrie und im Handel im Vergleich zum Vorjahr weniger neue Ausbildungsverträge geschlossen.

"Ein Grund dafür ist die sinkende Bereitschaft der Betriebe auszubilden. Nur noch jeder fünfte Betrieb bildet überhaupt aus ", sagt DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung gab es in 2015 ca. 804.000 Ausbildungsinteressierte, von denen mündeten aber lediglich zwei Drittel in ein duales Ausbildungsverhältnis ein. "Wir brauchen mehr gute betriebliche Ausbildungsplätze", so Haggenmiller.

Das Statistische Bundesamt verweist in seiner Analyse auf die höhere Neigung junger Menschen, ein Studium aufzunehmen. Haggenmiller: "Wir müssen wieder zu einer neuen Gleichwertigkeit von Studien- und Ausbildungsabschlüssen kommen. Dazu bedarf es aber einer deutlichen Qualitätssteigerung in der dualen Ausbildung. Wenn jeder dritte Ausbildungsplatz zum Restaurantfachmann nicht mehr besetzt werden kann und wenn jeder zweite Ausbildungsvertrag zum Koch vorzeitig gelöst wird, sagt das viel über die Ausbildungsbedingungen aus. Hier gehören Überstunden und ausbildungsfremde Tätigkeiten zum Alltag und das spricht sich nun mal unter den Jugendlichen rum."

Neben dem Hotel- und Gaststättengewerbe seien die Bedingungen in Teilen des Handwerks und im Handel mangelhaft, wie auch der Ausbildungsreport der DGB-Jugend verdeutlicht.

"Die Politik darf nicht länger wegsehen", so DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller. "Das Berufsbildungsgesetz ist der rechtliche Rahmen, in dem ein übergroßer Teil der Ausbildungsverhältnisse geregelt sind. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie sich bei der bevorstehenden Novellierung des BBiG für eine Stärkung der Ausbildungsqualität durch eine Ausweitung der Rechte von Auszubildenden einsetzt um die Attraktivität der dualen Berufsausbildung zu steigern und junge Menschen verstärkt für die duale Ausbildung zu gewinnen."