Deutscher Gewerkschaftsbund

Corona-Krise: Ausbildung drohen Langzeitschäden

Am 15. Dezember 2020 hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) seine umfassende Analyse des Ausbildungsmarktes 2020 veröffentlicht. Fazit: Die Corona-Krise trifft den Ausbildungsmarkt hart – die Zahl der Neuverträge sinkt um 11 Prozent. Die DGB-Jugend fordert eine Ausbildungsgarantie, eingebettet in eine solidarische Umlagefinanzierung.

© Simone M. Neumann

Der Ausbildungsmarkt in Corona-Zeiten – braucht dringend eine solidarische Impfung.

Die Krise hat den Ausbildungsmarkt voll erwischt. Die Zahl der neu abgeschlossen Verträge ist um 57.600 auf 467.484 gesunken – und liegt damit erstmals unter der 500.000er-Marke. Der Rückgang ist mit einem Minus von 11 Prozent sogar höher als in der globalen Finanzkrise 2009 (-8,4 Prozent). Nach der Finanzkrise hatte sich der Ausbildungsmarkt nie wieder richtig erholt. Nun droht ein erneuter Substanzverlust. Das müssen wir verhindern!

Das Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" mit seinen Ausbildungsprämien dient als Erste Hilfe, es setzt aber nur an den Krisensymptomen an. Wir brauchen jetzt in der Ausbildung eine strukturelle Therapie. Nötig ist eine Ausbildungsgarantie, die eingebettet in eine solidarische Umlagefinanzierung ist. Sie soll den Jugendlichen, die keinen betrieblichen Ausbildungsplatz bekommen, den Einstieg in Ausbildung garantieren und durch die Betriebe refinanziert werden. Der DGB hat hierzu eine Pressemitteilung veröffentlicht.

Anlässlich der vom BIBB vorgelegten Bilanz appellieren Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger und der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann gemeinsam an Unternehmen, Ausbildungsplätze anzubieten, und an junge Menschen, sich auf Ausbildungsplätze zu bewerben. Hier geht's zum Appell.