Deutscher Gewerkschaftsbund

DPRP: Sichtbar für die Auszubildenden

Auch dieses Jahr verleiht die DGB-Jugend wieder einen Sonderpreis für herausragende JAV-Arbeit im öffentlichen Dienst. Die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) des Umweltbundesamtes ist für die Preise nominiert. Ihr Projekt: die Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit. Sie macht die Arbeit der JAV für die Auszubildenden sichtbarer und greifbarer, sagt Maxi Schubert.

@ Privat

Waren preisverdächtig aktiv: Die JAV 2018 bis 2020 des Umweltbundesamtes in Dessau. (V.l.:) Liza Theiler, Maxi Schubert und Carolin Mäder. Maxi Schubert, 26, war bis jetzt JAV-Vorsitzende und ist in den Gremien der ver.di Jugend aktiv. Sie arbeitet als Bürosachbearbeiterin im Umweltbundesamt, Bereich der administrativen Vorhabenbetreuung/Zentrale Vergabestelle. Sie hat eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten (Fachrichtung Bundesverwaltung) im Umweltbundesamt absolviert und befindet sich derzeit in einer berufsbegleitenden Aufstiegsfortbildung zur Verwaltungsfachwirtin.

Maxi, warum habt ihr euch ein Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit der JAV erarbeitet?
Wir haben festgestellt, dass trotz mancher gesetzlicher Schranken die JAV viel für die Auszubildenden bewirken und somit für eine ganze Institution einstehen kann. Die Öffentlichkeitsarbeit einer JAV ändert nicht nur den Blick der Auszubildenden auf unsere Arbeit, sondern auch die Wahrnehmung im Haus selbst. Auch wenn die Erfolge im Vergleich zur Problembewältigung anderer Betriebe nur ein kleiner Meilenstein ist, sorgt die Nachhaltigkeit unserer Projekte und Umsetzungen für eine stetige Verbesserung.

Welches Problem gab es?
U. a. die bei der technischen Umsetzung der einzelnen Projekte. Wir mussten uns auch erst in Themen wie Videobearbeitung einarbeiten. Dazu kam, dass die Umsetzung teilweise viel Zeit gekostet hat, aber das war es uns wert und wir sind stolz auf die Ergebnisse!

Warum braucht eine JAV eine gute PR?
Generell gilt: Wenn es keine Öffentlichkeitsarbeit gibt, ist man unsichtbar für andere - so auch bei den Auszubildenden. Man wird nicht aktiv wahrgenommen und mögliche Probleme in der Ausbildung werden nicht aus- und angesprochen. Wir glauben, dass man mit einer aktiven Arbeit an der Sichtbarkeit der JAV mehr Chancen hat, wahrgenommen zu werden und man als Ansprechpartner_innen gesehen wird.

Was habt ihr unternommen, damit sie besser wird?
Wir haben überlegt, welche die schnellste und beste Möglichkeit wäre, um mit den Auszubildenden in Kontakt zu treten. Wir starteten mit einem Newsletter, weil es die einfachste und direkteste Art war, alle Auszubildenden des Amtes an allen Standorten zu erreichen. Außerdem haben wir ein Videoformat ins Leben gerufen, wo wir die verschiedensten Menschen des Amtes zu einem Tee oder Kaffee eingeladen haben und mit ihnen ein Interview führten. Mit der Erstellung eines Accounts - abgestimmt mit unserem Datenschutzbeauftragten - auf einer Frageplattform haben wir den Auszubildenden außerdem die Möglichkeit gegeben, anonym Fragen zu stellen oder auch anonym ihre Probleme und Sorgen loszuwerden. Wir haben uns für eine Internetplattform entschieden, um auch hier wieder alle Auszubildende aller Standorte erreichen zu können; bei einem lokalen Briefkasten wäre das nicht möglich gewesen.

Könnt ihr nun besser mit den Azubis in Kontakt treten?
Durch die Rückmeldung einzelner Azubis wissen wir, dass der Kontakt besser und vor allem auch persönlicher geworden ist. Wir wissen nun, welche Probleme in den einzelnen Ausbildungsberufen vorhanden sind und wie die Azubis damit umgehen. Und können gezielter einwirken.

Du warst drei Amtszeiten lang in der JAV. Würdest du dich noch mal zur JAV wählen lassen? Was hat man von diesem Ehrenamt?
Ich war von 2014 bis 2020 in der JAV, vier Jahre davon als Vorsitzende. Diese Zeit war für mich etwas ganz Besonderes, denn ich durfte lernen, was es heißt, ehrenamtlich für etwas einzustehen und als Interessenvertretung für die Auszubildenden zu agieren. Vom Herzen her würde ich die Arbeit immer weiterführen wollen, einfach weil sie den Auszubildenden, dem Gremium und vor allem mir so viel gibt. Da das Bundespersonalgesetz eine Altersgrenze (bis 25 Jahre) für die Wählbarkeit vorsieht und es Zeit für neue Herausforderungen wurde, bin ich nun ordentliches Mitglied im örtlichen Personalrat und dort vor allem Ansprechpartner für unsere neue JAV.

Auch meine Mitstreiterin Liza bereichert den örtlichen Personalrat als außerordentliches Mitglied. Carolin hat sich erneut in die JAV wählen lassen und ist nun dort die Vorsitzende.


Weitere Infos zum Deutschen Personalräte-Preis gibt es auf dprp.de

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