Deutscher Gewerkschaftsbund

Ein globales Problem

Fast jeder zweite Arbeitslose ist unter 25

Die Zahl der Arbeitslosen im Alter von 15 bis 24 ist in den vergangenen zehn Jahren weltweit gestiegen. Während die Zahl der Jugendlichen zwischen 1995 und 2005 um 13,2% wuchs, nahm die Beschäftigung von jungen Menschen nur um 3,8 Prozent auf insgesamt 548 Millionen zu. Wie eine

Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ermittelte, ist mit 44% fast jeder zweite Arbeitslose jünger als 25 Jahre. Angesichts ihres Gesamtanteils an der Bevölkerung von 25% sind Jugendliche also überproportional oft ohne Beschäftigung. Im Schnitt ist die Wahrscheinlichkeit, als Jugendlicher arbeitslos zu sein, dreimal so hoch wie für Erwachsene.

Nicht mal eine Hand voll Dollar

Diejenigen, die arbeiten, sind allerdings nicht unbedingt fein raus: Ein Viertel der Weltbevölkerung zwischen 15 und 24 Jahren arbeitet sich arm. Die Betroffenen haben zwar einen Job, verdienen aber weniger als zwei US-Dollar pro Tag. "Trotz des kräftigen Wachstums der Weltwirtschaft trifft die Unfähigkeit der Volkswirtschaften, menschenwürdige und produktive Arbeitsplätze in ausreichender Zahl zu schaffen, die Jugend der Welt besonders hart", sagt ILO-Generaldirektor Juan Somavia. Die ILO schätzt, dass weltweit mindestens 400 Millionen menschenwürdige Arbeitsplätze fehlen.

Jugendarbeitslosigkeit hat Folgekosten

Mit Abstand am höchsten sind die Arbeitslosenraten unter Jugendlichen im Nahen Osten und Nordafrika mit 25,7 Prozent. Osteuropa (ohne EU-Staaten) und die ehemaligen Sowjetrepubliken weisen mit 19,9 Prozent den zweithöchsten Stand auf, gefolgt von Afrika südlich der Sahara mit 18,1 Prozent, Lateinamerika mit 16,6 Prozent sowie Südostasien und den Pazifikstaaten mit 15,8 Prozent. Am unteren Ende der Skala finden sich die Industrieländer (OECD-Staaten) mit 13,1 Prozent, Südasien mit 10,0 Prozent und Ostasien mit 7,8 Prozent. Einzig in den Industrieländern ist die Jugendarbeitslosigkeit rückläufig - dies hängt aber allein mit den rückläufigen Geburtenraten zusammen.

Jugendarbeitslosigkeit bedeutet laut ILO nicht nur Not für die Betroffenen, sondern auch hohe volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Folgekosten, schließlich fehlen die jungen Arbeitslosen als KonsumentInnen, SparerInnen und InvestorInnen. Stattdessen kommen auf die Gesellschaften höhere Ausgaben für Wohlfahrt, Kriminalitätsbekämpfung und für die Folgen von Drogenmissbrauch zu.