Deutscher Gewerkschaftsbund

Übernahme ist gute JAV-Arbeit

Bernhard Dobbert

Bernhard Dobbert arbeitet bei der IG Metall-Jugend in der Kampagnen­koordination. © IG Metall

Die Frage nach der Übernahme der Auszubildenden ist für JAVis aus mehreren Gründen wichtig: Zum einen ist sie eine betriebsverfassungsrechtliche Aufgabe. Zum anderen ist es eine der wichtigsten Fragen der Azubis selbst – schließlich geht es um ihre Zukunft und ihre Perspektiven.

Diese persönliche Betroffenheit der Leute erleichtert die Ansprache und macht damit auch den Weg frei, sich als betrieblicher Interessenvertreter kompetent bei den jungen Kolleg_innen positionieren zu können. Deswegen ist es auch notwendig, frühzeitig einen verbindlichen betrieblichen Prozess zu gestalten. Mit den neuen Tarifverträgen in der IG Metall etwa müssen JAVen alle halbe Jahre mit den Azubis, die gerade auslernen, Gespräche führen, den Bedarf ermitteln und Betriebsräte und Arbeitgeber mit diesen Anforderungen konfrontieren. So stellen wir uns eine gute JAV-Arbeit vor: kontinuierlich, strukturiert und ganz nah an den Beschäftigten. Von einer solchen Situation profitieren alle: die Beschäftigten, weil ihre Interessen tatsächlich konkret und gut vertreten werden. Die JAVen und Betriebsräte, weil sie sich als kompetente Ansprechpartner profilieren können. Und nicht zuletzt profitiert auch der Betrieb, wenn die Menschen mit Perspektive und damit Motivation zur Arbeit gehen.

Wo die Übernahme nicht geregelt ist, haben die JAVis oft einen schweren Stand – und die Stimmung bei den Azubis ist wesentlich gedrückter.

Soli extra JAV (PDF, )

Diese Soli extra erscheint zu den Wahlen der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) in den Betrieben im Herbst 2014. Inhalt: Was Azubis von den Gremien der betrieblichen Mitbestimmung haben, warum man sich wählen lassen soll, was Aktive sagen - und welcher JAVi berühmt geworden ist! DGB-Bundesvorstand, Abteilung Jugend und Jugendpolitik, September 2014