Deutscher Gewerkschaftsbund

Die DGB-Jugend: Fit fürs nächste Jahr

In die Politik eingreifen und bewährte Angebote fortführen: Die Schwerpunkte der DGB-Jugend für 2014.

"Ich rufe alle wahlberechtigten jungen Menschen auf, ihre Stimme abzugeben. Unsere Zukunft liegt in Europa": Für das kommende Jahr stellt sich für DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller die Europawahl sicher als eines der wichtigsten politischen Projekte der DGB-Jugend dar. Noch immer hat fast jeder vierte Jugendliche in Europa keine Arbeit oder keinen Ausbildungsplatz. Seit Monaten wird über Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit diskutiert – passiert ist nichts.

Die Gewerkschaftsjugend wird die Wahlprogramme der europäischen Parteien in einer Synopse nach gewerkschaftlichen Gesichtspunkten zusammenfassen. "Das Ziel ist, möglichst viele junge WählerInnen an die Urnen zu bringen. Unzufriedenheit und Perspektivlosigkeit sind eine Gefahr für Europa – die rechten Parteien setzen auch auf den Frust der Jungen", sagt Haggenmiller.

Europa braucht umgehend ein Investitionsprogramm für die Beschäftigung junger Menschen. Und das heißt: unbedingt auch ein Plus auf der Einnahmenseite. Insofern ist die Einführung einer Finanztransaktionssteuer wichtig. Und natürlich auch, wie die Jugendgarantie umgesetzt wird.

Der zweite große politische Komplex wird von den Koalitionsvereinbarungen zwischen CDU/CSU und SPD bestimmt, sollten sie denn so in Kraft treten. Besonders ärgerlich: Die neue Regierung versäumt eine gute Reform des BAföG – ohne Frage hätten die Bedarfssätze erhöht werden und weitere konstruktive Maßnahmen erfolgen müssen. Klar ist: Die Vorhaben in Sachen Bildung werden der einstmals ausgerufenen »Bildungsrepublik« nicht gerecht. Hier Veränderungen herbeizuführen, wird Aufgabe für das Jahr 2014 sein.

Weitere wichtige Vorhaben: Die Themen der Gewerkschaftsjugend müssen auf den DGB-Bundeskongress im April gebracht werden. Außerdem stehen im Oktober JAV-Wahlen an. Demokratie und Mitbestimmung im Betrieb sind mit die wichtigsten Themen der Gewerkschaftsjugend. Die Wahlen werden mit Materialien der Mitgliedsgewerkschaften und Homepage begleitet.

Apropos online: Hier steht eine Verbesserung des bisherigen Angebots an, zum Beispiel mit einem neuen, interaktiven Newsletter-System. Die Internetseiten der Bezirke werden überarbeitet, die Social-Media-Aktivitäten zwischen DGB-Jugend und Gewerkschaften stärker vernetzt. Und natürlich starten die bewährten Projekte Berufsschularbeit und "Students at work" wieder durch. Die DGB-Jugend wird versuchen, ihre Aktivitäten auf weitere Universitäten ausdehnen und insbesondere das duale Studium in den Fokus nehmen.

Daneben soll die Jugendbildungsarbeit evaluiert werden, und es gibt natürlich den Index und den Ausbildungsreport. Schwerpunkt dieses Mal: Wohnsituation und Mobilität der Azubis. Und eine Spezialauswertung wird diesmal u.a. die Systemgastronomie und die Baubranche unter die Lupe nehmen… Es ist jetzt schon abzusehen: Die Gewerkschaftsjugend ist in Bewegung, natürlich auch 2014.


(aus der Soli 12/13, Autor: Soli aktuell)