Deutscher Gewerkschaftsbund

Die Zukunft verändern

Von der Bundesjugendkonferenz zum EU-Jugendgipfel: Die DGB-Jugend stellt sich international auf.

Europa muss sozial sein - dies war eine der zentralen Forderungen aus der Hauptstadt. Die bisherigen Versuche, die prekäre Lage der Jugend in Europa mit ihren enormen Erwerbslosenraten zu bessern, sind fehlgeschlagen, da waren sich die Delegierten der 19. Bundesjugendkonferenz, die vom 8. bis 10. November 2013 in Berlin stattfand, einig. Die Gewerkschaftsjugend will endlich echte Ansätze zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit sehen. Tenor: "Wir sagen Nein zur Sparpolitik." Und sie brachte die Grüße der jungen Generation aus Berlin gleich persönlich nach Europa: Denn schon am nächsten Tag, dem 11. November, begann in Paris der dreitägige Gipfel gegen Jugendarbeitslosigkeit.

Und wie schon in Berlin im Juli 2013 fand auch in Paris anlässlich dieses EU-Treffens der Staats- und Regierungschefs ein alternativer Jugendgipfel statt. Französische und deutsche Gewerkschaften hatten zusammen mit dem EGB-Jugendausschuss eingeladen. Junge europäische GewerkschafterInnen nahmen teil. "Wir fordern wirksame Investitionsprogramme zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit", sagte DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller, der sich nach der Bundesjugendkonferenz auf den Weg nach Paris gemacht hatte. Die Politik kümmere sich schlicht nicht um die Jugend und verspiele so Europas Zukunft. Unzufriedenheit und Perspektivlosigkeit seien eine Gefahr für Europa. die aufstrebenden rechten Parteien, etwa in Frankreich, Griechenland und Ungarn, setzten auch auf den Frust der Jungen. Haggenmiller: "Eine angemessene und qualifizierende schulische, universitäre oder duale Ausbildung ist der beste Schutz gegen Jugendarbeitslosigkeit. Der Wettbewerb um niedrigste Sozialstandards in Europa soll beendet werden."

Vor Ort in Berlin hatten sich die Delegierten der Bundesjugendkonferenz aktiv in die Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und SPD eingemischt: Auf die Agenda gehören die Themen der jungen Generation. Bildung darf nicht länger vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Junge GewerkschafterInnen wollen mehr und bessere Ausbildungsplätze. Sie fordern einen guten und sicheren Berufseinstieg - und dazu gehört ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn. Aus Sicht der Gewerkschaftsjugend sind 12,40 Euro pro Stunde angemessen - 8,50 Euro sind der erste überfällige Schritt. Sie wollen eine solidarische Alterssicherung und die Eindämmung des Missbrauchs von Praktika und Leiharbeit. Eine bessere finanzielle Ausstattung aller Bildungseinrichtungen und die Abschaffung aller Bildungsgebühren sind ebenso notwendig wie ein Verbot aller faschistischen Organisationen und Parteien sowie eine umfangreiche Finanzierung von Programmen gegen Rechts. Und für eine gute Jugendverbandsarbeit braucht es eine Etat-Erhöhung des Kinder- und Jugendplans des Bundes um 1,5 Millionen Euro.  


(aus der Soli aktuell 11/13, Autor: Soli aktuell)