Deutscher Gewerkschaftsbund

Wild verzweigter Markt

Digital kommunizieren: Zum ersten Mal trafen sich junge GewerkschafterInnen zum Thema Social-Media-Nutzung. Von Nelo Locke

Gewerkschaftliche Strukturen sind bei Facebook vielseitig und bunt gemischt vertreten. Von der DGB-Jugend auf Bundesebene bis hin zur Ortsgruppe in Fanseiten, Personen-Accounts und vielen Facebook-Gruppen.

Wer aber steckt hinter diesen Profilen und wie werden sie gefüllt? Um solchen Fragen nachzugehen, gab es Ende Juni das erste bundesweite Vernetzungstreffen der social-media-aktiven GewerkschafterInnen in Berlin. Teilnehmerzahl: 15. Zur Erklärung: Vielen war und ist an diesem Austausch gelegen, aber aufgrund des Hochwassers und seiner Folgen haben es leider nicht alle zu unserem Treffen geschafft - ein Problem, dass die Gewerkschaftsjugend in besonderem Maße betrifft: Eine Fahrt von Essen nach Berlin wird auf nicht absehbare Zeit sechs Stunden dauern.

Es zeigte sich recht schnell, dass den Teilnehmenden verschiedenste Fragen auf den Computertastaturen brannten - bis in die Abendstunden, will sagen: zur ortstypischen "getränkebasierten Vernetzung". Zum Beispiel: Wie kann ich "meine Strukturen" davon überzeugen, dass Social Media nützlich sein kann? Wie gehe ich mit der Datenschutzproblematik um? Wie generieren wir die Inhalte unserer Profile? Klar ist: Wer Facebook nutzen will, muss mit den eigenen Daten zahlen und sich diesen Umstands bewusst sein.

Durch den Input von Referent Guido Brombach vom Bildungswerk Hattingen angeregt, wurde über das Für und Wider persönlicher Profile gegenüber gewerkschaftlichen Strukturseiten diskutiert - Maßgabe muss sein, welches Angebot jeweils passend ist und wie der Kontakt zu den Mitgliedern am besten zu halten ist.

Da die Arbeit vor Ort verschieden aufgebaut ist, vom Social-Media-Team - wie es die Abteilung Jugend beim DGB-Bundesvorstand unterhält - bis hin zu ehrenamtlichen Usergruppen in den Bezirken, war es höchst interessant, sich über Arbeitsmöglichkeiten und Strategien auszutauschen. Sei es, um sich bei größeren Aktionen auch im Netz absprechen und unterstützen zu können, oder um Neuen den Einstieg in die Medienwelt zu erleichtern.

Wie es mit Social Media weitergehen wird, lässt sich angesichts dieses wild verzweigten Marktes mit seinen aktuellen Skandalen - wer liest eigentlich alles mit? - kaum vorhersagen. In den Strukturen der Gewerkschaftsjugend ist auch die Nutzerakzeptanz noch sehr unterschiedlich. Bei manchen schon professionalisiert, gibt es andernorts noch große Widerstände, überhaupt in sozialen Netzwerken aktiv zu sein.

Klar ist: Es muss einen kontinuierlichen Austausch geben. Und wir freuen uns auch, wenn noch mehr Social-Media-Aktive zu uns stoßen. Soweit der Plan, wir sehen uns im Netz!


Nelo Locke postet für "Students at work".

Infos und Kontakt: DGB-Jugend, Konstantin Kohl, Tel. 030/240 60 171, E-Mail: konstantin.kohl@dgb.de


(aus der Soli aktuell 8-9/13, Autorin: Nelo Locke)