Deutscher Gewerkschaftsbund

Das BikNetz ist überflüssig

Der Deutsche Bundesjugendring kritisiert die Präventionsarbeit des Bundes gegen rechts.  

Der Deutsche Bundesjugendring (DBJR), in dem neben der DGB-Jugend 46 weitere Jugendverbände organisiert sind, kritisiert den Start des bundesweiten Informations- und Kompetenznetzes gegen Rechtsextremismus (BIKnetz). Das Bundesfamilienministerium investiere bis 2014 zwei Millionen Euro in eine Materialdatenbank gegen rechts, obwohl es bereits etablierte und zivilgesellschaftliche Angebote gebe. Dabei sei die Datensammlung kaum mehr als die erneute Veröffentlichung bereits existierender Materialien, wie sie beispielsweise das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e.V. (IDA) zur Verfügung stelle.  

Die bundesweit tätigen Jugendverbände und die Landesjugendringe hatten bereits während der Planungsphase des BikNetzes auf die Pläne des Ministeriums aufmerksam gemacht und appelliert, auf bestehende Strukturen und Erfahrungen zu setzen – wohl umsonst. Grundsätzlich begrüßen die Mitglieder des DBJR zwar die intensive Vernetzung und den Austausch im Kampf gegen Rassismus und rechte Gewalt. "Dazu brauchen wir aber keine staatlichen Strukturen parallel zu bereits langjährig und erfolgreich bestehenden zivilgesellschaftlichen Strukturen", sagt Julia Böhnke von der DGB-Jugend, die als stellvertretende Vorsitzende im DBJR-Vorstand tätig ist. Aus ihrer Sicht besteht mit dem IDA bereits ein wirksames Kompetenznetz. Das Zentrum besteht seit 1990 und wurde auf Initiative demokratischer Jugendverbände hin gegründet.

Wichtiger als das BIKnetz ist aus Sicht des DBJR auch, die Präventionsarbeit der Jugendverbände und anderer zivilgesellschaftlichen Gruppen langfristig zu fördern. "Den Jugendverbänden und Landesjugendringen im DBJR geht es mit ihrer Arbeit darum, menschenfeindliches Gedankengut zurückzudrängen und Gewalt zu verhindern", sagt Böhnke.  

Was die DBJR-Mitgliedsorganisationen besonders ärgert: Mehrere Millionen Euro für das BIKnetz sollen aus dem Förderetat gegen rechts entnommen werden, anstatt sie für konkrete Projekte im Kampf gegen Rassismus und rechte Gewalt einzusetzen. Dies bedeute faktisch eine Schwächung der Arbeit gegen rechts vor Ort.  


www.dbjr.de, www.biknetz.de


(aus der Soli 2/13, Autor: Soli aktuell)