Deutscher Gewerkschaftsbund

Es gibt mehr Geld

Aber nicht für alle: die unterschiedliche Entwicklung der tariflichen Ausbildungsvergütungen 2012.

Durchschnittlich 737 Euro brutto im Monat verdienten die Auszubildenden 2012 in Westdeutschland – immerhin. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent. Dies hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) errechnet. Ermittelt wurden dabei die Vergütungen für 184 Berufe in West- und 149 Berufe in Ostdeutschland. In diesen Berufen werden 88 Prozent der Auszubildenden ausgebildet. Die wichtigsten Daten:


Ost/West:
In Ostdeutschland stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2012 um fünf Prozent auf ca. 674 Euro im Monat. Der Abstand zum westlichen Tarifniveau hat sich 2012 nicht verändert: Im Osten werden 91 Prozent der westlichen Vergütungshöhe erreicht. Für das gesamte Bundesgebiet lag der tarifliche Vergütungsdurchschnitt bei 730 Euro pro Monat und damit um 4,3 Prozent über dem Vorjahreswert.  

Berufe:
Sehr hoch lagen die tariflichen Vergütungsdurchschnitte in den Berufen MechatronikerIn (West: 909 Euro, Ost: 885 Euro), MedientechnologIn Druck (West und Ost: 905 Euro) sowie Kaufleute für Versicherungen und Finanzen (West und Ost: 896 Euro). In Westdeutschland waren auch in den Berufen des Bauhauptgewerbes (zum Beispiel MaurerIn) hohe Ausbildungsvergütungen tariflich vereinbart: Sie betrugen dort ca. 968 Euro im Monat, während sie in Ostdeutschland mit 772 Euro deutlich geringer ausfielen. Schlecht wie immer waren die tariflichen Vergütungswerte in den Berufen LackiererIn/MalerIn (West und Ost: 528 Euro), BäckerIn (West und Ost: 500 Euro), FloristIn (West: 460 Euro, Ost: 312 Euro) und FriseurIn (West: 454 Euro, Ost: 269 Euro).

Branchen: Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden in Industrie und Handel (West: 813 Euro, Ost: 730 Euro) und im Öffentlichen Dienst (West und Ost: 792 Euro) erreicht. Unter dem Gesamtdurchschnitt lagen dagegen die Vergütungen im Handwerk (West: 606 Euro, Ost: 504 Euro).

Achtung, Politik: Das BIBB weist auch auf die drohende Fachkräftelücke vor allem im mittleren Qualifikationsbereich hin. Um diese so weit wie möglich zu verringern, müssten die "vorhandenen und künftigen Erwerbspersonen" möglichst gut qualifiziert werden. Vor allem aber sei es erforderlich, Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung weiter zu qualifizieren, um deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.  


Die Vergütungen im Einzelnen: www.bibb.de/ausbildungsverguetungen-2012   

Das BIBB-Zukunftsszenario: www.bibb.de/wdp

 

(aus der Soli 2/13, Autor: Soli aktuell)