Deutscher Gewerkschaftsbund

Nie vergessen zu erinnern

Die Gewerkschaftsjugend plant eine Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ ­Auschwitz-Birkenau. Von Mirjam Blumenthal

Gedenken und Erinnern - an eine Zeit, die für viele fast nur noch aus den Geschichtsbüchern bekannt ist und die nur für wenige durch die noch lebenden Zeitzeugen nahe ist.

Auch im Jahr 2012 stand auf unserer Israelreise das Thema Gedenken und Erinnern im Mittelpunkt - und auch, wie unterschiedlich die Ansätze in unserer Delegationen waren. Und so fragen wir uns innerhalb der Gewerkschaftsjugend selbstkritisch: Wie gedenken wir, wie erinnern wir?

Für viele Menschen wurde das Konzentrationslager in Auschwitz zum sichtbaren Symbol der Shoa und des nationalsozialistischen Terrors, der Mitte des 20. Jahrhunderts von Deutschland ausging. Die Erinnerung an diese Verbrechen und Unmenschlichkeit ist unvergleichbar und darf nicht relativiert oder vergessen werden. Aus diesem Grund hat der Bundesjugendausschuss im Dezember 2012 beschlossen, dass die Gewerkschaftsjugend zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ am 27. Januar 2015 eine Fahrt nach Auschwitz organisiert und dort eine Gedenkveranstaltung durchführt. Es liegt in der Verantwortung der heutigen Generationen, die Erinnerung wach zu halten. Als Gewerkschaftsjugend stehen wir für eine demokratische und antifaschistische Gesellschaft und wollen den verfolgten, gequälten und ermordeten Menschen - seien es Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, GewerkschafterInnen, politisch Andersdenkende, WiderständlerInnen oder Angehörige weiterer verfolgter Gruppen - gedenken.

Die heutigen Generationen haben auch die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sich Auschwitz nie wiederholen kann. Nach wie vor sind antisemitische, rassistische und andere menschenverachtende Einstellungen in der Gesellschaft weit verbreitet. Wir sind uns dieser Aufgabe bewusst und engagieren uns für die Erinnerungs-, Verständigungs- und Versöhnungsarbeit.

Der 70. Jahrestag der Befreiung ist ein wichtiger Anlass, dieses Gedenken aktiv zu begehen. Mit anderen Jugendverbänden werden wir ein Konzept für eine große Veranstaltung entwickeln, wir werden unsere Kontakte zu ZeitzeugInnen nutzen und unsere israelische Partnerorganisation HaNoar HaOved HaVehalomed miteinbeziehen.


(aus der Soli 1/13, Autorin: Mirjam Blumenthal)