Deutscher Gewerkschaftsbund

Ausbilden hat keine Konjunktur

Schlechte Nachrichten

Schlechte Nachrichten vom Bundesinstitut für Berufsbildung: Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe geht noch weiter zurück.



Der vermeintlich positive Trend der vergangenen Jahre auf dem Ausbildungsstellenmarkt ist im Jahr 2012 ins Stocken geraten. Das ist das Ergebnis der statistischen Analysen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Sie basieren auf der BIBB-Erhebung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge mit Stichtag 30. September und der Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Demnach ist das Ausbildungsplatzangebot im Vergleich zum Vorjahr um 14.500 Plätze (-2,4 Prozent) auf rund 584.500 gesunken. Die Ursachen hierfür liegen laut BIBB in der nachlassenden Konjunktur, im geringeren Angebot betrieblicher Ausbildungsplätze (-10.000 bzw. -1,8 Prozent), sowie im Abbau des außerbetrieblichen Ausbildungsplatzangebots (-4.600 bzw. -15 Prozent).

Auch die Ausbildungsplatznachfrage ging in diesem Jahr zurück - ihr Umfang nahm im Vergleich zum Vorjahr um rund 14.200 Personen (-2,2 Prozent) auf nunmehr 627.300 ab. Dieser Rückgang ist maßgeblich auf die demografische Entwicklung zurückzuführen.

Da das sinkende Ausbildungsplatzangebot mit einer gleichzeitig sinkenden Nachfrage einherging, sind die Ausbildungschancen der Jugendlichen erstmal fast unverändert geblieben. Standen im Jahr 2011 für 100 BewerberInnen rein rechnerisch 93,4 Ausbildungsplatzangebote zur Verfügung, so sind es in diesem Jahr 93,2. Laut Bundesverfassungsgerichtsurteil von 1980 müssten es aber 112 Prozent sein.

Sinkendes Angebot und sinkende Nachfrage haben dazu geführt, dass es in diesem Jahr in ganz Deutschland nur 551.300 neue Ausbildungsverträge gab - ein Rückgang um 18.100 Verträge (-3,2 Prozent).

Die geringe Zahl an neuen Ausbildungsverträgen kam auch deshalb zustande, weil es deutlich schwieriger geworden ist, die Ausbildungsplatzangebote der Betriebe mit den Ausbildungswünschen der Jugendlichen sowohl regional als auch beruflich zusammenzuführen. Die Zahl der BewerberInnen zum Stichtag ist dann wieder gestiegen. Sie umfasst 76.000 Personen (+3.900 bzw. +5,4 Prozent). Darunter befinden sich 15.700 Jugendliche ohne und 60.400 mit alternativer Verbleibsmöglichkeit.

2013 wird es wieder steigende Schulabgängerzahlen geben: In einigen Bundesländern warten doppelte Abiturjahrgänge.


Infos: www.bibb.de/ausbildungsmarkt2012


(aus der Soli 1/13, Autor: Soli aktuell)