Deutscher Gewerkschaftsbund

Widerstand leisten

Entschieden entgegentreten: ver.di Berlin-Brandenburg veröffentlicht eine Broschüre zum gewerkschaftlichen Engagement gegen Rechts.

GewerkschafterInnen und Nazis mögen sich nicht. Das erste, was die extrem Rechte seit jeher auf ihre Agenda schrieb, war die Zerschlagung der Arbeitnehmerorganisationen - schöne Volksfreunde.

Umgekehrt hält sich die Sympathie ebenfalls stark in Grenzen. Ob in Dresden, Dortmund oder anderswo: GewerkschafterInnen treten den Nazis entgegen, sobald sie aufmarschieren.

Die Gewerkschaft ver.di im Bezirk Berlin-Brandenburg hat nun eine Broschüre herausgebracht, in der der Kampf gegen Rechts gebündelt dargestellt wird. "Aktiv gegen Rechts! Geschichte und Perspektive gewerkschaftlicher Gegenwehr gegen NPD & Co " heißt sie. Ihr Anspruch ist, zu klären, was getan werden muss, damit sich Zustände wie die von 1933 bis 1945 auf keinen Fall wiederholen.

Da braucht man den Blick zurück. Denn Ruhe war nach dem Zweiten Weltkrieg nie, bis heute sind nazistische Umtriebe - man denke nur an den "Nationalsozialistischen Untergrund" - Teil der Gesellschaft. Und so bietet die Broschüre auch einen Überblick über die Auseinandersetzung der Gewerkschaften mit der extremen Rechten.

Ein weiteres Kapitel untersucht das unterschiedliche Gedenken und Erinnern an die Opfer des Naziterrors in den beiden früheren deutschen Staaten. Auch im wiedervereinigten Deutschland ist Erinnern ein schwieriges Feld. Es sei notwendig, Gedenktage dafür zu nutzen, historische Zusammenhänge zu beleuchten und Schlüsse daraus zu ziehen: "Gedenken und Erinnern wendet sich nicht nur gegen das Vergessen. Erinnern muss auch Konsequenzen haben", schreiben die AutorInnen.

Wie dies genau aussieht, darüber gibt dieses Kapitel mit dem Titel "Wehret den neuen Anfängen! Gedenken, Erinnern und Vorbeugen" Aufschluss. Die große Mehrheit verbinde mit Opfern aus der NS-Zeit in erster Linie die gefallenen Soldaten der Wehrmacht, die Opfer des Bombenkriegs und von Flucht und Vertreibung. Trotz des erinnerungspolitischen Engagements von ZeitzeugInnen, Lehrenden, PolitikerInnen und auch der Medien gedenke heute weiterhin nur eine Minderheit der Verfolgten und Opfer des Naziregimes.

Die Broschüre bietet auch einen Überblick über die Entwicklung rechter Parteien im Deutschland der Gegenwart. Für Gewerkschaftsaktive ist zudem ein Aspekt besonders wichtig: Die extrem Rechten versuchen mit sozialer Demagogie auf Menschenfang zu gehen. Sie stellen sich dar als "Kümmerer", und nicht wenige finden ihre Argumentation einleuchtend. Dies kann die Arbeit der KollegInnen auch unmittelbar betreffen - im Betrieb, bei Kundgebungen und Veranstaltungen. Die Broschüre enthält dazu Tipps und Hinweise auf weiterführende Lektüre.


Infos: Roland Tremper, E-Mail: roland.tremper@verdi.de