Deutscher Gewerkschaftsbund

Gewerkschaftsausweis für Katar

Beschäftigte in Katar: Der Internationale Gewerkschaftsbund startet eine Kampagne gegen schlechte Arbeitsbedingungen bei den Vorbereitungen zur Fußball-WM 2022.

Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) führt derzeit eine Kampagne für Arbeitnehmerrechte in Katar und speziell für die ArbeiterInnen in den geplanten Stadien für die Fußballweltmeisterschaft 2022 durch.

Warum? Das Land plant, mehr als 100 Milliarden Dollar für den Bau von Stadien und anderen WM-Projekten auszugeben. In den nächsten zehn Jahren werden tausende zusätzliche Arbeitskräfte für diese riesigen Bauvorhaben benötigt.

Die Arbeitsbedingungen in Katar sind allerdings denkbar katastrophal. Jedes Jahr kommen hunderte ArbeitsmigrantInnen aus Nepal, Indien, Sri Lanka, Pakistan und Bangladesch ums Leben oder werden verletzt. Katar weigert sich jedoch, konkrete Zahlen der Beschäftigten, die bei der Arbeit sterben oder verletzt werden, zu veröffentlichen. 94 Prozent der Beschäftigten in Katar sind Wanderarbeitskräfte ohne jegliche Rechte bei der Arbeit. "Die Gesetze des Landes untersagen es ihnen aber, eine Gewerkschaft zu gründen und Tarifverhandlungen zu führen, um bessere Löhne sowie gesunde und sichere Arbeitsbedingungen auszuhandeln", sagt Stefanie Geyer, bei der DGB-Jugend für Internationale Gewerkschaftsarbeit zuständig.

Das bedeutet: 1,2 Millionen Beschäftigte dürfen keiner Gewerkschaft beitreten. Geyer: "Ein klarer Verstoß gegen das international anerkannte Recht auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen."

(aus der Soli 12/12, Autor: Soli aktuell)