Deutscher Gewerkschaftsbund

Zehn Jahre "Students at work": "Wir sind kompetente Partner"

"Students at work" feiert seinen zehnten Geburtstag. Soli aktuell sagt: Herzlichen Glückwunsch! Und sprach mit Stefanie Geyer darüber, wo die gewerkschaftliche Studierendenarbeit derzeit steht.

Bild Stefanie Geyer Porträt für mattgrauem Hintergrund. Steffi lächelt freundlich, hat eine rote Bluse an und lange braune Haare

Foto: Stefanie Geyer

Zehn Jahre "Students at work" - was bedeutet dieses Jubiläum?

Es zeigt vor allem, dass sich die gewerkschaftliche Studierendenarbeit inzwischen etabliert hat. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Viele ehrenamtlich und hauptamtlich Aktive mussten Überzeugungsarbeit dafür leisten. Denn mit und für Studierende aktiv zu sein, ist für Gewerkschaften ein relativ junges Aufgabenfeld. Im letzten Jahr sind 14 Prozent mehr Studierende Gewerkschaftsmitglied geworden - eine beeindruckende Zahl.

Ihr habt die jährliche Vernetzungstagung der Beraterinnen und Berater im November zum Feiern genutzt…

Rund 50 Ehren- und Hauptamtliche aus allen Teilen der Republik waren da. Besonders gefreut hat uns, dass auch Wegbegleiter der ersten Stunde dabei waren. Die Geschichte der Studierendenarbeit haben wir durch ein Kneipenquiz aufgearbeitet. Das Treffen diente aber vor allem auch dem Austausch der Aktiven vor Ort. In Kassel hat die DGB-Hochschulgruppe zum Beispiel einen Report über die Lage wissenschaftlicher Hilfskräfte aufgelegt, der vorgestellt wurde. Wer weiß, vielleicht gibt es bald auch an anderen Hochschulstandorten solche Initiativen. Wir haben über unsere Pläne im Wahljahr gesprochen und uns mit neuen gesetzlichen Unsäglichkeiten beschäftigt. Die Bundesregierung will ja zum 1. Januar 2013 die Mini- und Midijob-Grenze anheben.

Welche Probleme haben die arbeitenden Studis?

Dieselben wie alle anderen Arbeitnehmer auch. Welche Rechte und Pflichten habe ich eigentlich? Wieviel Urlaubsanspruch? Gilt für mich auch der Tarifvertrag? Gewerkschaften sind hier durch jahrzehntelange Erfahrung kompetente Partner. Die veränderte Studienstruktur - also die Umstellung auf Bachelor und Master - hat es aber sicherlich nicht einfacher gemacht, aktiv zu werden und Studium, Arbeit und Leben unter einen Hut zu bringen.

Gibt es besondere Schwierigkeiten?

Vor Ort hakt es immer wieder an einer kontinuierlichen Finanzierung der Büros. Damit wird engagierten Ehrenamtlichen die Arbeit oft schwer gemacht. Daran werden wir arbeiten müssen.

Wie ist dein Eindruck: Hat sich das Image der Gewerkschaften an den Hochschulen in dieser Zeit verändert?

Ich denke schon. Gewerkschaften sind heute präsenter an Hochschulen. Unsere Berater vor Ort machen ja auch einen tollen Job. Gewerkschaften werden mehr und mehr als selbstverständlicher Partner in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen wahrgenommen. Wir merken dies auch an der hohen Nachfrage nach unseren Publikationen und den Anfragen auf der DGB-Jugend-Homepage.

Wo steht "Students at work" in weiteren zehn Jahren?

Bis dahin wird es hoffentlich flächendeckend Beratungsbüros an den Hochschulen geben. Und an vielen Standorten engagierte Hochschulgruppen! Nur so können wir gemeinsam Verbesserungen an der Hochschule und in der Arbeitswelt erkämpfen.

Stefanie Geyer ist bei der DGB-Jugend für Studierendenarbeit zuständig.

(aus der Soli 11/12, Autor: Soli aktuell)