Deutscher Gewerkschaftsbund

Mutig und provokant

Arbeitnehmerfreundlich und sozial: Auch wenn sie nicht kandidiert, stellt sich die DGB-Jugend mit ihrer  "Wahl.Kampfansage" zur Bundestagswahl 2013 auf.

Keine zwölf Monate mehr bis zur nächsten Bundestagswahl und schon befindet sich die Gewerkschaftsjugend im Wahlkampf: In seiner Sitzung am 13. September 2012 hat der DGB-Bundesjugendausschuss die Kampagne  "Wahl.Kampfansage" verabschiedet. Das Thema: Wie erhalten wir eine sozialere, eine bessere Politik? Denn die junge Generation benötigt eine ganze Reihe von Verbesserungen auf den Gebieten Bildung, Ausbildung und Arbeit.

So ist das deutsche Bildungssystem immer noch ein Ort der sozialen Spaltung - weder kostenfrei noch durchlässig. Dass die Ausbildungsqualität zu wünschen übrig lässt, erbringt der jährliche Ausbildungsreport der DGB-Jugend. Und die Übernahmequote nach der Ausbildung grenzt ans Lächerliche. Im Job geht’s dann oft prekär zu. Fazit: Trotz angeblichem Fachkräftemangel hat eine Vielzahl junger Leute wenig zur Hand, um ein gutes Leben zu führen. Das muss sich ändern. Und eine klare Absage geht an alle alten und neuen Nazis.

Wie die Parteien sich zu den genannten Punkten positionieren, daran soll die Politik gemessen werden. Über die Zukunftschancen der jungen Generation konnte der Bundesjugendausschuss schon mit den Parteispitzen der CDU, der SPD, der Linken und den Piraten sprechen. Dabei hat die Gewerkschaftsjugend klar gemacht, dass sie eine soziale und arbeitnehmerfreundliche Politik für junge Menschen will. DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller: "Die maßgebliche Auseinandersetzung um die politische Ausrichtung der neuen Bundesregierung wollen wir bereits im Vorfeld bei der Erarbeitung der Parteiprogramme, während des Wahlkampfs und schließlich in den Koalitionsverhandlungen beeinflussen. Wir werden mutig, provokant und aktivierend auftreten. Somit bringen wir die Interessen junger Menschen auf die politische Tagesordnung."

Ab Herbst sollen im Rahmen der "Wahl.Kampfansage" regionale Aktivenkonferenzen stattfinden, sie dienen der internen Vorbereitung und Ausgestaltung der Kampagne. Für die Sichtbarkeit im öffentlichen Raum wird eine Plakatreihe sorgen, bei der ein weit aufgerissener Mund eine klare Ansage zu unterschiedlichen Themen macht: "So nicht! Es muss sich etwas ändern! "

Sobald die Parteien ihre Wahlprogramme beschlossen haben, wird die DGB-Jugend mit einem eigenen Wahl-O-Mat für Orientierung sorgen. Und am 16. März 2013 wird es einen "Tag der Ansage" geben - das öffentliche Startsignal der Kampagne. Haggenmiller: "Wir werden klarmachen, welche bundesweiten Forderungen die Gewerkschaftsjugend hat und wofür sie steht."


(aus der Soli 10/12, Autor: Soli aktuell)