Deutscher Gewerkschaftsbund

Pfoten weg von der Rente

Jugendverbände fordern eine sichere Altersversorgung. Das Bündnis "Änder das": Die Diskussion um die Senkung der Rentenbeiträge ist ein Angriff auf die Jugend.

Rente sichern statt Beiträge senken: Das fordert "Änder das", ein Zusammenschluss von Jugendverbänden, in einem gemeinsamen Aufruf. Das Bündnis, dem auch die DGB-Jugend angehört, strebt den Verzicht auf die geplante Senkung des Rentenbeitragssatzes an, eine Festschreibung des Rentenniveaus auf 50 Prozent sowie die Rückkehr zu einem Renteneintrittsalter von 65 Jahren.

Die geplante geringfügige Entlastung durch eine Beitragssenkung von 19,6 auf 19 Prozent, wie von der Bundesregierung beabsichtigt, steht in keinem Verhältnis zur Absenkung des Rentenniveaus zukünftiger Generationen. DurchschnittsverdienerInnen hätten zwar im nächsten Jahr ca. 7,80 Euro mehr im Monat im Geldbeutel, würden aber bei einer Rentenabsenkung auf 43 Prozent im Vergleich zu heute mehr als 150 Euro Rente pro Monat verlieren.

Groß selbst ausdenken muss sich bei dem Bündnis niemand den Protest: Alle Forderungen werden durch eine aktuelle repräsentative Forsa-Umfrage gestützt, wonach 86 Prozent der jungen Generation bis 29 Jahre eine Beitragssenkung ablehnen. Und laut einer IGMetall-Umfrage sehen die ArbeitnehmerInnen schon beim jetzigen Stand ganz düster in die Zukunft: Fast die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass die künftige Altersversorgung nicht reichen wird.

Für "einen Affront gegenüber der heutigen jungen Generation" hält denn auch DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller die Rentenpläne. Er fordert, Altersarmut dauerhaft zu verhindern. Dafür brauchen junge BerufseinsteigerInnen mehr Planungssicherheit und eine existenzsichernde, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. "Davon sind wir derzeit weit entfernt. Heute ist etwa ein Fünftel der unter 35-Jährigen befristet beschäftigt, jeder Zehnte arbeitet in der Leiharbeit oder hat einen oder mehrere Minijobs", so Haggenmiller. Besonders Frauen sind betroffen: Jede Zehnte hat einen Minijob. Bei den Männern sind es vier Prozent.

Das Bündnis fordert deshalb eine Regulierung der Leiharbeit, die Abschaffung derzeit bestehender Minijobs und einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro.


www.aenderdas.de


(aus der Soli 10/12, Autor: Soli aktuell)