Deutscher Gewerkschaftsbund

Mangelbranche Ausbildung

Stellen, Qualität, Übernahme - es fehlt an vielem. Die wichtigsten Ergebnisse aus dem Ausbildungsreport 2012 der DGB-Jugend.

Fachkräftemangel im Handwerk, Fachkräftemangel im Sozialen, Fachkräftemangel bedroht Energiewende: Glaubt man den Medien, kommt das Experten-Minus gleich nach der Euro-Krise. Na, das müsste sich doch dann bei der Ausbildungsquote bemerkbar machen, dachte sich die DGB-Jugend und brachte am 11. September 2012 ihren neuesten Ausbildungsreport heraus. Ein Ergebnis war schon mal sehr gut: Insgesamt 12.039 Auszubildende aus den 25 am stärksten besetzten Ausbildungsberufen hatten die Fragebögen der DGB-Jugend ausgefüllt - eine super Beteiligung.

So schön blieb es leider nicht. Vielen Betrieben mangelt es an der nötigen Ausbildungsreife."Gemessen an dem lauten Klagen der Arbeitgeber hat sich überraschend wenig getan", so das traurige Fazit der stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Ingrid Sehrbrock.

Fast jeder oder jede zehnte Auszubildende (10,8 Prozent) muss nach eigenen Angaben ausbildungsfremde Tätigkeiten erledigen - ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (9,8 Prozent). Auch bei der Betreuung durch eine Ausbilderin oder einen Ausbilder gibt es Defizite: Fast jeder zehnte Befragte hat so etwas gar nicht (8,2 Prozent).

Die besten Beurteilungen gab es erneut von angehenden Bank-und Industriekaufleuten sowie MechatronikerInnen. Ganz unten: wie im Vorjahr die Ausbildungsgänge für FachverkäuferInnen im Lebensmittelhandwerk und Restaurant-und Hotelfachleute.

Sehr problematisch für die Auszubildenden ist die oft ungeklärte Übernahmesituation. Zum Zeitpunkt der Befragung wusste ein gutes Viertel der Befragten (26,8 Prozent), dass sie übernommen werden, knapp jeder Zehnte (8,7 Prozent) hatte bereits eine Absage. Die Mehrheit von fast zwei Dritteln (64,4 Prozent) wusste noch nicht, wie es nach der Ausbildung weitergeht. Der scheidende DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf: "Junge Menschen brauchen aber Perspektiven und Planungssicherheit."

Das Sonderthema der diesjährigen Befragung war die Qualität der Berufsschulen. Zwar bewertet eine knappe Mehrheit der befragten Auszubildenden (56,3 Prozent) die fachliche Qualität der Berufsschulen als "gut" oder"sehr gut". Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil der positiven Bewertungen allerdings um mehr als fünf Prozentpunkte zurückgegangen. Eine zeitgemäße Ausstattung der Berufsschulen mit Unterrichtsmaterial, Schulbüchern und technischen Geräten ist unabdingbar, wenn das Lernen im Unterricht erfolgreich unterstützt werden soll, konstatiert die DGB-Jugend.

Ausbildungsplatzgarantie, unbefristete Übernahme, Einhalten und Verbesserung der gesetzlichen Regelungen sowie eine spürbare Qualitätssteigerung bei den Berufsschulen - das sind die Forderungen, die die DGB-Jugend stellt.


DGB-Jugend: Ausbildungsreport 2012. Im Internet: www.dgb-jugend.de/ausbildung/ausbildungsreport


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