Deutscher Gewerkschaftsbund

Jetzt wird umfairteilt

Soziale Gerechtigkeit steht am 29. September 2012 auf dem Programm. Die DGB-Jugend beteiligt sich an diesem Aktionstag für Demokratie und Umverteilung.

Tattoos sind total angesagt. Aber immer nur am eigenen Körper - ist doch langweilig. Warum nicht mal die Straße tätowieren? Mit Hochdruckreiniger, Sackkarre, Wasser und einer Metallschablone können auch Asphalt, Gullideckel und Bürgersteige gestichelt werden!

Diese Idee, sie stammt von Stuttgart-21-AktivistInnen, wäre doch auch was für den 29. September 2012. Dann ist der Aktionstag eines neu gegründeten Bündnisses, dem sich die DGB-Jugend neben vielen Sektionen der Gewerkschaften und anderer Jugend-und Sozialverbände angeschlossen hat. "Von oben nach unten" könnte da zum Beispiel auf der Straße stehen. Und das auch ruhig länger.

Denn auch das Bündnis geht in diese Richtung. Es heißt: "Um-FAIRteilen". Dort ist man der Ansicht, dass öffentliches Eigentum den Menschen gehört - Anpinseln erlaubt. Weil die Demokratie in Gefahr ist: Wenn die soziale Spaltung zu groß ist, gibt es kein funktionierendes Gemeinwesen mehr. Denn die öffentlichen Haushalte unterliegen einem enormen Spardruck: Stress in der Altenpflege, geringe Zahl der Kitaplätze, kaputte Schulen. "Seit Jahren werden die öffentlichen Kassen auf Kosten der jungen Generation ausgetrocknet", sagt DGB-Jugend-Referent Florian Haggenmiller.

Dabei sei mehr als genug Geld da. Haggenmiller: "Der öffentlichen Armut in Deutschland steht ein Privatvermögen von über acht Billionen Euro gegenüber. Allein die privaten Vermögen der reichsten zwei Prozent sind so hoch wie alle öffentlichen Schulden in Deutschland zusammen." Fair ist dies nicht.

Die Folge: Wo nur noch der Rotstift regiert und die Politik fast nichts mehr zu gestalten hat, bleibt die Demokratie auf der Strecke. Auch international: "Für die Folgen der Finanzkrise sollen in ganz Europa die Menschen mit Lohn-und Sozialkürzungen bezahlen. Spekulanten an Finanzmärkten hingegen lässt man gewähren", schreiben die Aktiven in ihrem Aufruf.

Angesichts dieser Situation fordert das Bündnis "UmFAIRteilen":

  • eine dauerhafte Vermögenssteuer sowie eine einmalige Vermögensabgabe, am besten europaweit koordiniert

  • einen konsequenten Kampf gegen Steuerflucht und Steueroasen.

  • Und eine Steuer auf Finanzmarktgeschäfte, gegen die Spekulation und zur Bekämpfung der Armut, weltweit.


Am 29. September 2012 wird der Aktionstag "UmFAIRteilen - Reichtum besteuern" in Berlin, Frankfurt/M., Köln und in weiteren Städten in ganz Deutschland stattfinden. Um Mobilisierung wird gebeten.


Auf der Bündnis-Homepage http://umfairteilen.de kannst du Unterstützer werden. Dort gibt's auch Materialien und Aktionsvorschläge.


(aus der Soli 8+9/12, Autor: Soli aktuell)