Deutscher Gewerkschaftsbund

Zeit, dass sich was tut

Arbeitslosenzahlen bis zu 50 Prozent, Spardiktate, schlimmste Beschäftigungsbedingungen: Europa ist ein denkbar prekärer Ort für junge Leute geworden. Erstmals organisiert die ILO nun eine Konferenz zur Lage der jungen Generation. Adrian Hermes sagt, was jetzt ­passieren muss.

Jugend und Krise - das war in der Politik bisher kein Thema. Dabei leidet niemand so sehr unter den jetzigen Verhältnissen wie die junge Generation: In Griechenland und Spanien erreicht die Jugendarbeitslosigkeit schon Quoten von über 50 Prozent.

In der Kritik der Gewerkschaften stehen deshalb neue Spardiktate in Europa wie zum Beispiel der "Fiskalpakt": Bis 2014 sollen die EU-Länder Schuldenbremsen einführen. Dies würde zu mehr Sozialabbau führen, die Löhne senken und öffentliche Investitionen zurückfahren, analysiert die Gewerkschaftsjugend. Zu befürchten steht gar eine Verelendung vor allem junger Menschen, von denen viele keinen Berufseinstieg finden werden.

Jetzt aber hat die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) das Thema auf die Agenda gebracht: In ihrem neuen Jahresbericht bezeichnet sie die Situation der jungen Generation als besonders bedrohlich. Und auch beim Sozialen Dialog, dem EU-Gremium der Sozialpartner, steht das Thema zurzeit ganz oben - ein absolutes Novum. Mehrere aktuelle Studien hatten im Vorfeld Daten zur Lebenssituation junger Arbeitsloser und Jugendlicher in prekärer Beschäftigung geliefert.
Vom 23. bis zum 25. Mai 2012 veranstaltet die ILO einen Jugendkongress in Genf. Über hundert junge Frauen und Männer werden ihre Perspektiven in Europa diskutieren. IG Metall-Jugend-Mitglied Adrian Hermes, Vizepräsident des Jugendkomitees des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB), wird die DGB-Jugend in Genf vertreten.

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