Deutscher Gewerkschaftsbund

Mehr BAföG für alle

Die Bundesregierung hält sie für ausreichend: die Studienförderung. Ist sie aber nicht! Der DGB plädiert für den modernen, sozialen Ausbau. Die DGB-Jugend will dual Studierende fördern.


BAföG, alles supi: Der im Januar 2012 vorgestellte 19. BAföG-Bericht der Bundesregierung enthält keine Empfehlung für eine Erhöhung der Förderung, trotz gestiegener Lebenshaltungskosten.

Laut Bericht sind die BAföG-Ausgaben von Bund und Ländern von 2008 bis 2010 zwar um 600 Millionen Euro gestiegen, auf nun 2,9 Milliarden Euro im Jahr - ein Zuwachs um fast zehn Prozent gegenüber den zwei Vorjahren. Aber auch bei der Anzahl der geförderten SchülerInnen und Studierenden ging’s rapide bergauf: zwischen 2008 und 2010 um sechs Prozent - von 333.000 auf 386.000. Die durchschnittliche Förderung lag bei 436 Euro im Monat pro Studierendem.

Na, dann ist ja alles schön, oder? Nein! Der DGB fordert in einem gemeinsamen Papier zusammen mit dem Deutschen Studentenwerk (DSW), die Förderbeiträge noch in diesem Jahr um mindestens fünf und die Elternfreibeträge um sechs Prozent zu erhöhen, weil das BAföG mit der Preisentwicklung mithalten muss.

DGB und DSW plädieren dafür, das BAföG als "leistungsfähige, soziale, transparente und verlässliche Studienfinanzierung" auszubauen und als wichtigstes Instrument für eine soziale Öffnung der Hochschulen zu stärken. "Nur das BAföG erreicht eine breite Bevölkerungsschicht und leistet damit einen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit im Bildungssystem", heißt es in dem Schreiben. Denn viele junge Leute nehmen erst gar kein Studium auf, weil sie nicht wissen, wie sie es finanzieren sollen.

Auch soll über die Altersgrenzen beim BAföG nachgedacht werden: "Derzeit erhalten Bachelor-Studierende nur BAföG, wenn sie beim Studienbeginn höchstens 30 sind, beim Master 35. Die Förderungshöchstdauer muss ausgedehnt werden, gerade wenn Studierende Familienangehörige pflegen", sagt Stefanie Geyer, bei der DGB-Jugend für das Thema Studium zuständig.

Geyer kritisiert auch, dass es kein echtes Schüler-BAföG für die Oberstufe gibt. Dies würde "allen Jugendlichen die gleichen Chancen geben und insgesamt mehr junge Leute zum Abitur führen". Auch ein berufsbegleitendes oder duales Studium müsse förderungsfähig sein, sagt Geyer. Denn das ist bisher selten der Fall.


Die "Zehn Eckpunkte für ein modernes BAföG" von DGB und DSW im Internet: www.dgb.de/-/yvx


(aus der Soli aktuell 2/12, Autor: Soli aktuell)