Deutscher Gewerkschaftsbund

Friedlich, aber ungehorsam

Dresden stellt sich quer: Wenn im Februar 2012 die Nazis durch die sächsische Hauptstadt marschieren, wird sich die ­Gewerkschaftsjugend ihnen ­entgegenstellen.

Widerstand steht auf der Agenda der Gewerkschaftsjugend zu Beginn des Jahres: Wenn sich voraussichtlich am 18. Februar die Nazis zu ihrem alljährlichen Aufmarsch in Dresden formieren wollen, dann ist auch die Gewerkschaftsjugend dabei, um dagegen zu protestieren. Mit dem Beschluss des Bundesjugendausschusses des DGB (siehe Soli 12-2011) unterstützt die DGB-Jugend das Bündnis "Nazifrei! - Dresden stellt sich quer": Sie ruft zur Beteiligung an den Aktionen des Bündnisses auf, und dies wird das Blockieren sein.

Grundlage ist der gemeinsam vereinbarte Aktionskonsens des Bündnisses, sagt DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf: "Wir leisten zivilen Ungehorsam gegen den Naziaufmarsch und Blockieren ist eine seiner Aktionsformen. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern." Von den Demonstrierenden werde dabei keine Eskalation ausgehen. "Die Proteste sind friedlich und keinesfalls gegen die Kolleginnen und Kollegen von der Polizei gerichtet."

Dresden geht die Gewerkschaftsjugend im Kern an: Denn die faschistische Ideologie der marschierenden Rechten steht allen gewerkschaftlichen Ideen entgegen. "Unser antirassistischer, auf Solidarität aufbauender Konsens und gewaltfreier Widerstand gegen Ungerechtigkeit und Ausgrenzung sowie der Schutz der Demokratie sind Grundgedanken unseres Engagements gegen Nazis", so Rudolf. Gerade in Anbetracht der jüngst aufgedeckten Ereignisse um die rassistischen Morde der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" dürfe ihnen keine Plattform gegeben werden, ihre menschenverachtenden Ideen zu verbreiten.

Die Gewerkschaftsjugend respektiere das Gedenken an Angehörige, die im Zweiten Weltkrieg am 13. Februar 1945 während des Bombenangriffs der Alliierten auf Dresden starben. Darüber hinaus sei aber kein Grund gegeben für ein öffentliches, kollektives Gedenken. Die DGB-Jugend unterstützt daher das Vorhaben des Bündnisses, den Mahngang "Täterspuren" am 13. Februar 2012 durchzuführen. Damit soll an die Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft erinnert werden, um aufzuzeigen, dass Dresden damals keineswegs eine "unschuldige" Stadt gewesen sei.


Bündnis-Homepage: www.dresden-nazifrei.com
Infotelefon der Gewerkschaftsjugend: Mo bis Fr 10 bis 17 Uhr, Tel.: 015 77/933 61 51, Mailanfragen: jugend@dgb.de


(aus der Soli aktuell 1/12, Autor: Soli aktuell)