Deutscher Gewerkschaftsbund

MiAV: Das ändert sich 2023

Eine gute Nachricht: Ab 1. Januar 2023 steigt der Satz der Mindestausbildungsvergütung.

© Soli aktuell

Dafür haben wir gekämpft
Mit dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) hat der Bundestag im Jahr 2019 ein wichtiges Gesetz beschlossen, das die berufliche Bildung und Ausbildung in Deutschland stärkt. Das war spitze! Denn für die Mindestausbildungsvergütung (MiAV) hat die Gewerkschaftsjugend sehr lange gekämpft. Sie steigt am 1.Januar 2023 erneut an.

Das ist die MiAV
Die MiAV ist eine gesetzlich abgesicherte Untergrenze für Ausbildungsvergütungen. Nicht nur die Jugendlichen in Betrieben, sondern auch diejenigen in außerbetrieblicher Ausbildung profitieren von ihr. Auch die Vergütung von Menschen mit einer Behinderung, die zum Beispiel eine Ausbildung in einem Berufsbildungswerk machen, wird auf das Niveau der Mindestvergütung angehoben.

So funktioniert die MiAV
Die MiAV gilt nur für neu abgeschlossene Ausbildungsverträge ab dem entsprechenden Jahr. Die Angemessenheit der Vergütung ist im Gesetz mittels zweier Haltelinien definiert:

  • Haltelinie 1 ist die 80-Prozent-Regel (§ 17 Abs. 4 BBiG): Die Ausbildungsvergütung muss mindestens 80 Prozent der branchenüblichen tariflichen Vergütung betragen.
  • Haltelinie 2 bilden die im Gesetz genannten Festbeträge (§ 17 Abs. 2 BBiG). Für ab dem 1.Januar 2023 abgeschlossene Ausbildungsverträge gilt als MiAV.

Achtung: Absolviert man eine Berufsausbildung in Teilzeit, kann die Vergütung auch weniger als die Mindestausbildungsvergütung betragen. Die prozentuale Kürzung der Mindestvergütung darf aber nicht höher sein als die prozentuale Kürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit.

Tipp: Lasst eure Vergütung von eurer Gewerkschaft checken. Sie prüft, welche Haltelinie für euch günstiger ist: die 80-Prozent-Regel oder die Festbeträge aus der Tabelle. Vorrang haben laut Gesetz allerdings immer Tarifverträge und die darin festgelegten Vergütungen!

Alles nicht genug!
Die DGB-Jugend sagt: Die Höhe der MiAV in Deutschland ist angesichts der explodierenden Preise deutlich zu niedrig. Haltelinie 1 muss auf 80 Prozent der durchschnittlichen Ausbildungsvergütung angepasst werden, die in Tarifverträgen vereinbart sind – und das branchenübergreifend. Haltelinie 2 wird damit überflüssig. Für viele Auszubildende würde dies eine deutliche Erhöhung ihrer Vergütung bedeuten!


Weitere Infos: https://jugend.dgb.de/miav

(Aus der Soli aktuell 1/2023, Autorin: Soli aktuell)