Deutscher Gewerkschaftsbund

Ohne uns geht es nicht

Samira Hehl gibt jedem eine Stimme.

© Privat

Samira Hehl ist Kauffrau für Dialogmarketing bei Coca-Cola. Sie ist in JAV, GJAV und Gremien der jungen NGG aktiv sowie "Regenbogenbeauftragte" ihres Betriebs.

Die JAV verschafft…
…den Azubis und jungen Personen im Unternehmen Gehör. Das schafft Verständnis auf beiden Seiten: Die Jugend wird bei betrieblichen Themen wahrgenommen und bringt eine neue Dynamik ein. Ohne die JAV würde vieles gar nicht beim Arbeitgeber ankommen. Die JAV kann umgekehrt Themen des Arbeitgebers in die richtigen Worte packen und so an die Jugend im Unternehmen vermitteln. Sie sollte auch als Generationenschnittstelle gesehen werden, die für Akzeptanz auf allen Seiten sorgt.

Ich engagiere mich…
…weil ich jedem eine Stimme geben will! Jeder soll sich wohl fühlen und das Gefühl haben, gehört zu werden. Das Gefühl, dass was passiert und man sein Bestes gibt, den Arbeitsplatz schön zu gestalten. Wir schaffen das mit Azubi-Projekten, gemeinsamen Ausflügen, Sitzungen, Gesprächen und Vorschläge ausarbeiten.

Das Betriebsrätemodernisierungsgesetz…
…stärkt die Zusammenarbeit von Betriebsführung und Mitarbeiter*innen enorm. Neue Formen der Technik bieten viele Chancen, aber natürlich auch Risiken. Hier ist es wichtig, klare Regeln innerhalb des Betriebes zu definieren. Durch das neue Gesetz werden hier Möglichkeiten der aktiven Mitsprache geschaffen. Dass die Gründung eines Betriebsrats erleichtert wird, ist in neuen und dynamisch wachsenden Unternehmen wichtig – gerade in Start-ups werden die Gremien der Mitbestimmung unterschätzt.

Wichtig an der Arbeit der Gewerkschaftsjugend ist mir…
…reger Austausch, gemeinsames Netzwerken, zusammen Probleme teilen und lösen. Die Gewerkschaft lässt einen nicht im Regen stehen!

 Junge Menschen in den Betrieben…
…sollten sich auf jeden Fall wählen lassen: Nur so können sie aktiv mitwirken. Alt eingesessene Betriebsrät*innen und Mitarbeiter*innen wissen nicht, wie es für die Jugend ist. Man lernt so viel dazu in tollen Schulungen, baut Kontakte auf – kurz: Man lernt innerhalb des Betriebs sehr viele Menschen kennen!

Was in den Betrieben unbedingt verbessert werden sollte, ist…
…ganz klar die Freistellung! Ja, gesetzlich steht fest, dass man von der Arbeit freigestellt wird für das Ehrenamt. Aber oft fehlen die Menschen… Es wäre hilfreich, wenn man bei den Arbeitgebern mehr darauf hindrängen würde. Das geht vielen so: Gerade von JAVis in der Schichtarbeit höre ich, dass sie nicht zur Betriebsratssitzung kommen können oder Termine (schon wieder) verschieben müssen, weil der Arbeitgeber falsch plant und die Jugendvertreter*innen zu sehr einspannt.

Bei Azubi-JAVis geht es sogar noch leichter als bei einer "fertigen" Arbeitskraft. Das ist auch ein Grund, warum sich viele Ausgelernte oder junge Menschen nicht zur Wahl aufstellen lassen – der Stress, Arbeitgeber und Ehrenamt gerecht zu werden, ist zu groß.

Die JAV ist…
…immer sinnvoll, sobald Azubis im Betrieb sind. Sie stößt oft Projekte an, verbessert das Klima und trägt zur stetigen Verbesserung des Betriebs und der Ausbildung bei.


(Aus der Soli aktuell 9-10/2022, Autorin: Samira Hehl)