Deutscher Gewerkschaftsbund

Astrid Gorsky über PRESS START und die JAV

Astrid Gorsky über die PRESS-START-Kampagne der DGB-Jugend in der betrieblichen Arbeit.

© DGB-Jugend/Jörg Farys

Die JAV-Konferenz der IG Metall Jugend Berlin – Brandenburg – Sachsen fand im Juni mit JAVis von 28 Betrieben aus fünf Branchen statt. Astrid Gorsky ist die zuständige Gewerkschaftssekretärin des Bezirks. Infos zur Kampagne: https://jugend.dgb.de/press-start

Astrid, die IG Metall Jugend Berlin – Brandenburg - Sachsen hat ihre Jugend- und Auszubildendenvertreter_innen (JAVis) zur Konferenz geladen. Haben sie sich für die Bundestagswahl interessiert?
Ja! Zunächst einmal ging es um die Rolle der Jugendlichen in der Corona-Pandemie, dann aber auch um die Novelle des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und das Betriebsrätemodernisierungsgesetz. Wir haben diskutiert, welche betriebspolitischen Auswirkungen Bundespolitik haben kann.

Mit welchem Ergebnis?
Bundes- und Betriebspolitik sind nicht zu trennen, wenn es um die gesetzlichen Grundlagen und damit um unsere Werkzeuge geht.

Wie haben sie die PRESS-START-Kampagne der DGB-Jugend wahrgenommen?
Die ist sehr gut angekommen. Wir haben die Kampagnen-T-Shirts ausgeteilt und die meisten haben sie gleich angezogen. Die Themen-Tattoos waren auch schnell "eingestochen". Wir haben die Bildungsmodule der DGB-Jugend für die Betriebsarbeit vorgestellt. Die Wahl ist auch sonst ein Thema bei den JAVis. Ein Beispiel: Bildungspolitik ist eigentlich Ländersache, aber das BBiG zeigt, dass es auch eine Bundesebene gibt. Zur Novellierung waren viele JAVen bereits aktiv in Gesprächen mit Politiker_innen vor Ort. Bundespolitik hat Auswirkungen auf das, was vor Ort in den Betrieben passiert.

Wir registrieren wegen Corona im Moment einen starken Rückgang an Ausbildungsplätzen. Die Übernahme nach der Ausbildung, die oft schon geregelt war, ist nicht mehr gewährleistet. Die Vorschläge der Kampagne, etwa eine Ausbildungsgarantie mit Umlagefonds, finden da viel Anklang: Die JAVis finden sich in einem gewerkschafts- und branchenübergreifenden Kollektiv wieder und haben so einen starken Rücken für die betriebliche Arbeit.

Corona scheint ein arbeitgebernaher Virus zu sein…
Wir müssen klarmachen, dass die Verantwortung der Betriebe für die Ausbildung nicht wegen einer Pandemie endet. Junge Menschen brauchen eine Zukunftsperspektive. Die Metall- und Elektrobranche befindet sich in einem Transformationsprozess. Es braucht junge Beschäftigte – und gute Ausbildung, mit der sie in den Betrieb hineinwachsen. Und damit der Lernprozess zwischen den Generationen, den Facharbeiter_innen und Auszubildenden stattfinden kann. Den auszusetzen, wäre fatal.

Was erhoffen sich JAVis von der Wahl?
Vor allem wünschen sie sich, mit Politiker_innen ins Gespräch zu kommen.

Und du? Was erhoffst du dir?
Vor allem im Vorfeld noch mehr Interesse und Verständnis dafür, welchen Einfluss die Politik auf unsere Gewerkschaftsrealität hat. Ich habe die Hoffnung, die Verdrossenheit der Jugend an der Bundespolitik verschwindet. Junge Menschen wollen mitentscheiden und aktiv einwirken. Ich hoffe, dass sie ihre eigene Stärke und Handlungsfähigkeit auch hier nutzen.


(aus der Soli aktuell 8/2021, Autorin: Soli aktuell)