Deutscher Gewerkschaftsbund

Wir sind der Seismograf: Die IG BCE-Bundesjugendkonferenz

Marcel Schäfer war Delegierter bei der digitalen Bundesjugendkonferenz der IG BCE. In der Soli aktuell sagt er, wie sie abgelaufen ist.

© Privat

Marcel Schäfer, 24, arbeitet als Projektmanager bei Boehringer Ingelheim. Er ist Vorsitzender der JAV und ehrenamtlich in den Gremien der IG BCE-Jugend aktiv. Infos zur BJK: https://igbce.de/igbce/bundesjugendkonferenz- 2021

Marcel, eure Bundesjugendkonferenz (Motto: "Zeit für Held*innen") fand dieses Mal digital statt. Kommt da überhaupt ein Gemeinschaftsgefühl auf?
Die – sehr gut und professionell organisierte – Veranstaltung war in der Tat nicht mit einer Konferenz in Präsenzform vergleichbar, jedoch: Wir als IG BCE-Jugend hatten trotzdem ein fantastisches Treffen mit sehr guten Diskussionen zu unseren Themen. Wir hatten sehr viele Beiträge mit einer enorm konstruktiven Gesprächskultur – was virtuell ja nicht immer leicht ist. Trotz allem hat es uns großen Spaß gemacht! Daher kann ich schon sagen, dass ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl aufkam.

Welche Funktion hattest du auf der Konferenz?
Gemeinsam mit weiteren Kolleg_innen war ich für meinen Landesbezirk Rheinland-Pfalz/ Saarland Mitglied der Antragskommission. Zudem wurde ich von den 150 Delegierten in unseren Bundesjugendausschuss gewählt und hatte die Möglichkeit, mich allen anwesenden Kolleg_innen vorzustellen.

Euer Vorsitzender Michael Vassiliadis hat bei euch gesprochen. Wie steht er zur Gewerkschaftsjugend?
Er hat gesagt, die Jugend lebe Vielfalt und Gleichberechtigung aller Geschlechter als Normalität und sei für die Organisation ein Seismograf gesellschaftlicher Entwicklungen. O-Ton: "Ich kann euch versichern: Wir sind alle mit ganzem Herzen dabei, Jugendarbeit zu fördern." Ich denke, das sagt etwas darüber aus, wie sehr er und die gesamte Organisation zu uns stehen.

Was waren die wichtigsten Themen, über die ihr geredet und abgestimmt habt?
Digitalisierung, Gleichstellung und Diversität, duale Ausbildung mit ihren gesetzlichen wie tarifpolitischen Aspekten. Das betrifft die Verbesserung der Ausbildungssituation, bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende und eine kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Wir haben Positionen zu einer besseren Betreuung in der Ausbildung durch die Bildung kleinerer Gruppen und eine verbesserte technische Ausstattung von Berufsschulen verabschiedet. Darüber hinaus haben wir uns mit Antifaschismus und Gedenkstättenarbeit beschäftigt.

Welche Aufgaben stehen jetzt für euch in euren Branchen an und wie geht ihr damit um?
Wir haben einige Themen innerhalb der IG BCE-Jugend, die wir in all unseren Branchen angehen möchten – das zeigte auch die Vielfalt an Anträgen aus der ganzen Bundesrepublik. Eines unserer Kernthemen: duale Ausbildung vorantreiben und gemeinsam zukunftsfähig gestalten. Wir haben hier einige Herausforderungen zum Beispiel bei der Digitalisierung vor uns, die gerade in der Corona-Pandemie augenfällig geworden sind. Für uns ist klar: Die Ausbildungsplatzzahlen und die Ausbildungsqualität dürfen bei künftigen Veränderungen in Sachen Transformationen auf keinen Fall leiden.

Mit welchem Gefühl gehst du jetzt in den Betrieb zurück?
Kurz und knapp: mit voller Motivation, um unsere Themen umzusetzen!


(aus der Soli aktuell 7/2021, Autorin: Soli aktuell)