Deutscher Gewerkschaftsbund

Deine Mobilität, unser Erfolg! Azubi-Tickets in SAH und MV

Die landesweiten Azubi-Tickets für Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind am Start. Von Fabian Pfister

Fabian Pfister DGB-Jugend

© DGB-Jugend

Fabian Pfister ist DGB-Landesjugendsekretär in Sachsen-Anhalt.

Unser Erfolg
In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern waren unsere Forderungen und Kampagnen von Erfolg gekrönt. Seit dem 1. Januar 2021 – in Mecklenburg-Vorpommern ab dem 1. Februar – fahren Auszubildende landesweit mit einem einheitlichen Ticket in Bus und Bahn. In beiden Bundesländern hat sich die DGB-Jugend in den letzten Jahren dafür stark gemacht.

In Sachsen-Anhalt können nun alle jungen Menschen, die eine schulische oder duale Berufsausbildung absolvieren, eine Berufsvorbereitungsmaßnahme oder eine berufliche Fortbildung besuchen, für 50 Euro im Monat alle regionalen öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

In Mecklenburg-Vorpommern fahren Auszubildende im dualen und schulischen Bereich sowie Freiwilligendienstleistende für 30 Euro im Monat, landesweit und auch in der Freizeit. "Wir sind froh, dass es die Landesregierung nach einigen Verzögerungen noch geschafft hat, das Azubi-Ticket an den Start zu bringen", sagt die Bezirksjugendsekretärin der DGB-Jugend Nord, Wiebke Oetken. "Unsere Forderungen wurden ernst genommen, viele junge Menschen werden davon profitieren." Auch in Sachsen-Anhalt haben wir es gemeinsam in einem breiten Bündnis geschafft, Landesregierung und Regierungskoalition zu überzeugen. Das Azubi-Ticket wird deutliche Entlastungen für Auszubildende in unserem Flächenland bringen, das ist auch unser Verdienst als Gewerkschaftsjugend.

Lange und teure Fahrtzeiten
Der diesjährige Ausbildungsreport und regionale Mobilitätsumfragen der DGB-Jugend haben aufgezeigt, dass lange Fahrtzeiten und hohe Fahrtkosten Auszubildende belasten und die große Mehrheit der befragten Auszubildenden ein kostengünstiges Azubi-Ticket nutzen würde. Gerade in Flächenbundesländern, die sehr weit entfernte Berufsschulen mit landesweiten und regional gebündelten Fachklassen für unterschiedliche Ausbildungsberufe haben, braucht es einheitliche Tarifangebote, um den Flickenteppich aus Verkehrsverbünden und anderen lokalen ÖPNV-Anbietern kostengünstig zu befahren. Auf der Kostenseite sorgen die neuen Tickets daher für Entspannung bei jungen Menschen in Ausbildung oder Freiwilligendiensten, die oftmals keine existenzsichernden Einkommensverhältnisse haben.

Azubi-Ticket Out Now!

© DGB-Jugend SAH

Ab sofort erhältlich: Das Azubi-Ticket SAH und Nord!

Für eine nachhaltige Mobilität
Dennoch bleibt viel zu tun, denn viele Auszubildende erreichen ihre Berufsschule und gerade den Betrieb mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht oder nur schlecht. Die DGB-Jugend setzt sich daher, auch im Sinne einer nachhaltigen Mobilitätswende, bundesweit für einen deutlichen Ausbau von gut getakteten ÖPNV-Verbindungen auf Schiene und Straße ein, gerade in ländlichen Räumen. Nun sind die Ausbildungsbetriebe gefordert, die Fahrtkosten für die Auszubildenden zu übernehmen.

(aus der Soli aktuell 2/2021, Autor: Fabian Pfister)