Deutscher Gewerkschaftsbund

Nehmt uns ernst! Daniel Rehn zur JAV-Wahl

Die JAV sorgt für eine gute Ausbildung, sagt Daniel Rehn.

Daniel Rehn, 25, arbeitet nach der Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik bei der DB Fernverkehr AG in Berlin als Schienenfahrzeuginformatiker im ICE-Werk in Berlin-Rummelsburg. Er ist Vorsitzender der JAV in seinem Betrieb. Ehrenamtlich ist er als Vorsitzender der EVG-Jugend Berlin und Mitglied der geschäftsführenden Bundesjugendleitung aktiv.

Die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) ist das Element im Betrieb, um für gute Rahmenbedingungen in der Ausbildung zu sorgen. Wenn dir also die Arbeitsbedingungen in deinem Ausbildungsbetrieb wichtig sind, solltest du dich unbedingt an der JAV-Wahl beteiligen und wählen gehen.

Bei uns im Betrieb werden unter anderem Zugbegleiter_innen und Bordgastronom_innen ausgebildet. Da unsere Züge sieben Tage die Woche unterwegs sind, muss also auch am Wochenende gearbeitet werden. Damit die neuen Kolleg_innen sich voll auf ihre Ausbildung konzentrieren können, konnten wir als JAV über eine Betriebsvereinbarung regeln, dass in den ersten Ausbildungsjahren das Wochenende frei bleibt. So können sie ihren Fokus auf die Ausbildung legen und am Wochenende regenerieren.

Arbeitgeber und Betriebsräte müssen die Jugendlichen ernst nehmen. Jugendvertreter_innen sind die Expert_innen für alles, was Jugend und Nachwuchs betrifft. Betriebsräte und Arbeitgeber müssen endlich verstehen, wie wichtig Ausbildung und gute Ausbildungsbedingungen sind. Dafür ist es unerlässlich, dass sie die JAVis und ihre Erfahrungen ernst nehmen, an den entscheidenden Punkten berücksichtigen und auf ihre Expertenmeinung hören.

Die Vernetzung zwischen den JAVis und unserer Gewerkschaft EVG funktioniert sehr gut, sie steht mit Ansprechpartner_innen bei Problemen zur Seite. Über die Europäische Akademie für umweltorientierten Verkehr, die EVA, können sich die neuen JAVis von Ehemaligen schulen lassen. Normalerweise plant die EVG-Jugend auch Veranstaltungen für die Nachwuchskräfte – von Volleyball über Afterwork-Treffen bis hin zu parlamentarischen Abenden ist alles dabei. Leider ist das in Zeiten von Corona nur eingeschränkt möglich.

Auf jeden Fall würde ich jedem und jeder raten, für die JAV zu kandidieren. Zum einen ist die JAV einfach eine Abwechslung zum Arbeits- oder Ausbildungsalltag, zum anderen eine super Erfahrung, die man aufgrund der Altersgrenze später im Berufsleben nicht mehr machen kann. Man bekommt Einblicke, wie der eigene Betrieb eigentlich funktioniert und kann Dinge verbessern, die einen in der eigenen Ausbildung vielleicht gestört haben.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist natürlich, die Nachwuchskräfte überhaupt davon zu überzeugen, wählen zu gehen. Hier ist der Wahlvorstand gefragt, er hat die Übersicht, welche Kolleg_innen schon gewählt haben, kann die Briefwahl für alle festlegen, die nicht persönlich wählen können, und kann auch aktiv auf die Wähler_innen zugehen und sie zum Wählen anhalten.

Das beste Mittel, um die Wahlbeteiligungen zu steigern, ist immer: gute Arbeit. Wenn ich als JAVi für meine Nachwuchskräfte da bin, ihnen zur Seite stehe und kompetent helfe, werde ich auch von allen, die von mir überzeugt sind, gewählt!


(aus der Soli aktuell 9-10/2020, Autor: Daniel Rehn)