Deutscher Gewerkschaftsbund

JAV-Arbeit ist schön. Max Ilmberger zur JAV-Wahl

Nur mit der Gewerkschaft kann man Forderungen durchbringen, sagt Maximilian Ilmberger.

© Privat

Max Ilmberger, 22, ist Maurer. Seit 2018 ist er JAV- und stellvertretender GJAV- Vorsitzender bei Züblin in Bayern und in den Gremien der jungen BAU aktiv.

Ich finde es schön, JAVi zu sein. Ich habe schon viele tolle Menschen kennenlernen und mit ihnen arbeiten dürfen. Wir können bei sehr vielen Dingen mitsprechen, z. B. bei neuen Einstellungen, Betriebsvereinbarungen – also generell, wenn es um die Ausbildung geht. Wenn wir keine Mitbestimmung hätten, könnten die Arbeitgeber alles einfach über uns hinweg entscheiden.

Man selbst wächst auch an dem Amt und lernt viel fürs Leben. Bei uns im Bauhauptgewerbe und als großer Konzern sind wir auf eine große Fläche verteilt. Bei uns ist das fast ganz Bayern. Dadurch ist es schwerer, mit anderen Auszubildenden in Kontakt zu bleiben. Aber auch im Gremium bei uns ist es dadurch anders. Teils fahren wir 100 bis 200 Kilometer für unsere Sitzung an einen zentralen Ort. Man kann nicht eben mal beim anderen vorbeischauen, um an etwas zusammenzuarbeiten.

Es passieren auch lustige Sachen bei der JAV-Arbeit. Ich erinnere mich an unseren Ersti-Tag in Stuttgart, der von unserer GJAV organisiert wurde. Wir haben im Vorraum auf die Auszubildenden gewartet. Der Kollege aus Hamburg hatte gerade erzählt, dass aus seiner Stadt niemand kommen wird, weil dort dieses Jahr keine Auszubildenden eingestellt worden seien.

Zehn Minuten später kam dann die erste Auszubildende rein, auf unsere Nachfrage, woher sie komme, antwortete sie nervös: aus Hamburg. Da haben wir ihn alle angeschaut und mussten zusammen lachen.

Im Laufe des Gesprächs hat sich dann rausgestellt, dass beide sogar im gleichen Flieger gesessen hatten. Das hätte später blamabel bei der Vorstellungsrunde werden können – wenn er erst alleine da steht und sie sich plötzlich neben ihn stellen würde. Woraufhin er sagen würde: Du stehst hier falsch, bei mir darf niemand sein. Und die Auszubildende ganz eingeschüchtert wieder weggeht. Hinterher stellte sich heraus: Sie ist zwar in Stuttgart angestellt, aber arbeitet in Hamburg!

Ich finde, die Gewerkschaft ist sehr wichtig, denn nur zusammen sind wir stark und können unsere Forderungen durchbringen. Manche wissen gar nicht, dass die Arbeitgeber selbst auch in Verbänden organisiert sind. Wir haben den Gewerkschaften viel zu verdanken, z. B. die 40-Stunden-Woche im Bauhauptgewerbe und den Arbeitsschutz. Wir sollten daran anschließen.

Ich war selber schon bei mir vor Ort in der Gewerkschaft aktiv, bevor ich JAVi war. Und habe dort viel über unsere Tarife, das Arbeitsrecht, die Rechte und Pflichten gelernt. Natürlich habe ich dabei auch viele Leute kennengelernt und auch einige langjährige Freunde gefunden.


(aus der Soli aktuell 9-10/2020, Autor: Max Ilmberger)