Deutscher Gewerkschaftsbund

#SoGehtSolidarisch: Die DGB-Jugend bei der #unteilbar-Demo

Die Gewerkschaftsjugend nahm in einem breiten Bündnis an den #unteilbar-Demonstrationen teil.

© Jürgen Kiontke

Kräftige Aussagen: die #unteilbar-Demo (hier in Berlin).

Enrico und Finn halten in Berlin das Banner der Gewerkschaftsjugend hoch und gleichzeitig die Bänder zum Nebenmann fest. "Wir setzen uns gegen Rassismus und die Spaltung der Gesellschaft ein", sagt Finn. "Die Gesellschaft muss zeigen, wo sie steht", sagt Enrico.

Die beiden sind in der IG Metall Jugend aktiv, engagieren sich als Jugend- und Auszubildendenvertreter im Betrieb. In ihren Gewerkschaftsgremien wie etwa dem Ortsjugendausschuss diskutieren sie, wie sich die Corona-Krise auswirkt. Denn die Pandemie hat das Zeug, Belegschaften zu spalten, mancherorts werden schon Tarifverträge von den Arbeitgebern unterlaufen. "Von einem Abbau sozialer Errungenschaften hören wir aus vielen Betrieben", sagt Enrico.

So wie die beiden sind viele Tausend Menschen am 14. Juni zu den #unteilbar-Demos in verschiedenen Städten zusammengekommen. Dabei waren ganz neue Demo-Konzepte im Einsatz, in Berlin wurde zum Beispiel mit tatkräftiger Unterstützung der DGB-Jugend Berlin-Brandenburg eine neun Kilometer lange Menschenkette unter dem Motto #SoGehtSolidarisch gebildet. U. a. gefordert: Bessere Arbeitsbedingungen und gute Löhne, mehr Bildungsgerechtigkeit, Gleichberechtigung, guter Wohnraum, mehr Mitbestimmung in den Betrieben, die Aufnahme der Geflüchteten aus den griechischen Lagern. Darüber hinaus wandten sich die Teilneh­mer_in­nen gegen Rassismus, Antisemitismus und Verschwörungserzählungen. "Wir waren zwar kein großer Menschenhaufen, aber eine sehr lange Schlange", sagt Finn.

Den Teilnehmer_innen war klar: Die Pandemie trifft alle, doch bei Weitem nicht alle gleich. Was vorher ungerecht war, kann in der Krise noch ungerechter werden. Weltweit sind immer mehr Menschen in ihrer Existenz bedroht und haben keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Von Schuldenerlass und Unterstützung der besonders hart getroffenen Länder, von Klimaschutz, gleicher Aufteilung der Sorgearbeit zwischen Männer und Frauen, vom Kultur- und Bildungsbereich und vor allem von den dort Beschäftigten ist wenig die Rede. Das muss besser werden!


unteilbar.org

(aus der Soli aktuell 8/2020, Autorin: Soli aktuell)