Deutscher Gewerkschaftsbund

Who cares? We care!

Zum Frauen*kampftag am 8. März: Die Gewerkschaftsjugend fordert im Bündnis mit politischen Jugendorganisationen mehr Anerkennung für die Arbeit von Frauen.

Unsere Forderungen im Video

"Es gibt immer noch große Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen bei der Bezahlung. Mir ist wichtig, hier zu sein, damit es in Zukunft gerechter zugeht", erklärt Katinka.

"Wir legen die Care-Arbeit symbolisch nieder, weil die Verteilung zwischen den Geschlechtern ungerecht ist", sagt Almut.

Fabian zeigt sich solidarisch: "Als Mann bin ich ebenfalls von partriarchalen Strukturen in der Gesellschaft betroffen. Wir müssen sie gemeinsam bekämpfen."

Mit vielen anderen sind die drei in einem Bündnis aus DGB-Jugend, Jusos, Grüner Jugend und Linksjugend 'solid zu einer gemeinsamen Aktion vor das Bundeskanzlerinnenamt in Berlin zusammengekommen. Am 8. März, dem Internationalen Frauen*kampftag, machen sie ihre Forderungen gegenüber der Politik klar. Denn Kindererziehung, Pflege von Angehörigen und überhaupt: Die Sorge - die Care-Arbeit - wird zum Großteil von Frauen erledigt.

Impressionen vom 8. März 2020

Gegen tradierte Rollenbilder wehrt sich das Bündnis und fordert mehr Anerkennung für die Tätigkeiten von Frauen, bezahlt wie unbezahlt. Denn auch bei der Arbeit geht es ungerecht zu: Frauen verdienen im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer. In vielen Städten hat die Gewerkschaftsjugend deshalb für den Aktionstag Bündnisse initiiert und gemeinsame Aktionen durchgeführt. "Viele Frauen entscheiden sich für sogenannte Care-Berufe", sagt DGB-Bundesjugendsekretärin Ela Conte. "Sie leisten einen wichtigen Beitrag für uns und unser Zusammenleben. Aber sie bekommen zu wenig: zu wenig Anerkennung, zu wenig Geld."

Dass Sorgearbeit gerecht zwischen den Geschlechtern verteilt wird, geht nur mit konsequentem Equal Pay und radikaler Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Das und die gerechte Umverteilung stehen auch auf der Agenda von Jusos, Grüner Jugend und Linksjugend 'solid. "Das Patriarchat überwinden zu wollen, ist für uns keine leere Floskel, sondern mit konkreten Zielen verknüpft", hieß es im gemeinsamen Aufruf. Dazu gehört auch das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, die Streichung der Paragrafen 219a und 218 aus dem Strafgesetzbuch und besserer Schutz vor Gewalt.

Die Arbeit an der Gerechtigkeit wird nicht auf den 8. März beschränkt bleiben. Geht es nach den Gewerkschaften, ist der Abschluss guter Tarifverträge das beste Mittel für den Ausgleich. "Wo sie gelten, sind wir diesem Ziel ein Stück näher. Deswegen sollte die Politik die Tarifbindung stärken", fordert die stellvertretende Vorsitzende Elke Hannack. "Tarifverträge drängen prekäre Beschäftigung zurück, sorgen für faire Arbeitszeiten und bieten den Beschäftigten bessere Chancen auf eine eigenständige Existenzsicherung."

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