Deutscher Gewerkschaftsbund

Handelt jetzt! Die DGB-Jugend zu Lieferketten

Gerechte Wirtschaft: Die DGB-Jugend fordert mit ihren Bündnispartnerinnen Grüne Jugend, Jusos, linksjugend ['solid] und Naturfreundejugend ein gutes Lieferkettengesetz.

© DGB-Jugend/Max Neudert

Welthandel und Globalisierung - faire Regeln werden derzeit noch blockiert. Die Vertreter_innen der Jugendverbände fordern einen gerechten Handel.

Menschen- und Arbeitnehmerrechte, Sozial- und Umweltstandards weltweit beachten: Drei von vier Menschen in Deutschland wollen, dass internationale Lieferketten reguliert werden, das zeigen aktuelle Befragungen. Und 91 Prozent gaben bei einer Umfrage zudem an, dass es Aufgabe der Politik sei, dafür zu sorgen, dass deutsche Unternehmen auch bei ihren Auslandsgeschäften Menschenrechte und Sozialstandards einhalten. Fun Fact: Dieser Anteil liegt unter Anhänger_innen von CDU und CSU sogar noch höher (92 Prozent)!

Die Zahlen zeigen: Die Bundesregierung hat einen klaren Handlungsauftrag! Dennoch sperrt sich das CDU-geführte Bundeswirtschaftsministerium unter Peter Altmaier gegen ein Lieferkettengesetz.

Zu dieser ablehnenden Haltung haben die Bundesvorsitzenden und Bundessprecherinnen ihrer Organisationen Manuela Conte (DGB-Jugend), Anna Peters (Grüne Jugend), Kevin Kühnert (Jusos in der SPD), Anna Westner (linksjugend ['solid]) und Sezen Cakmak (Naturfreundejugend, in Vertretung für Wendelin Haag) im Oktober 2020 gemeinsam mit einer Aktion im Berliner Regierungsviertel Position bezogen: "Seit Monaten blockiert Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) das dringend benötigte Lieferkettengesetz und verhindert so, dass Deutschland als global agierende Industrie- und Handelsnation Menschenrechte, Arbeits- und Umweltstandards auch über die Landesgrenzen hinweg wahrnimmt", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Denn ohne ein konsequentes Lieferkettengesetz werden Beschäftigte weltweit gegeneinander ausgespielt: Aktuell produzieren viele Großunternehmen dort, wo sie Menschen- und Arbeitsrechte zugunsten von Gewinn und Wettbewerbsfähigkeit missachten können. "Für uns ist klar: Menschenwürdige Arbeitsbedingungen, das Recht auf Tarifverhandlungen und faire Löhne sind unabdingbar", sagt DGB-Bundesjugendsekretärin Manuela Conte.

Globaler Umwelt- und Klimaschutz wird nur gelingen, wenn westliche Industrienationen ihre Verantwortung erkennen und die Unternehmen in die Pflicht nehmen, ihnen nachzukommen. Das Prinzip der Freiwilligkeit hat sich nicht bewährt, deshalb fordern die Jugend- und Parteijugendorganisationen "ein umsichtiges, aber wirkungsvolles Lieferkettengesetz, das deutsche Großunternehmen in die Verantwortung nimmt und von dem Menschen und Umwelt weltweit nachhaltig profitieren".

Nur so kann es gelingen, dass die Globalisierung nicht zulasten vieler und zugunsten einiger weniger Nationen vonstattengeht.


Mehr Infos und ein Video zu unserer Aktion gibt es auf www.jugend.dgb.de/-/HGt

(aus der Soli aktuell 12/2020, Autorin: Soli aktuell)