Deutscher Gewerkschaftsbund

In der Sommerwerkstatt

Im Rahmen des DGB-Zukunftsdialogs wurde über die Gegenwart hinaus diskutiert.


Filip Fischer

Ich war bei der Sommerwerkstatt, weil…
…solche Formate zum Netzwerken und Ideen entwickeln einladen. Der Erfahrungsaustausch mit den Kolleg_innen aus sämtlichen Regionen Deutschlands hat mich besonders gereizt. Best-Practice-Beispiele für Veranstaltungen und Aktionen von lokalen Akteuren mit auf den Weg zu bekommen, in kurzweiligen Seminaren auf die Fachkompetenz von Bundesvorstandsverwaltung, Hans-Böckler-Stiftung und Bildungswerk zurückzugreifen, waren absolute Highlights, die ich mir nicht entgehen lassen wollte.

Wichtige Themen waren…
…neben Tarifbindung, Rente, Digitalisierung und soziales Europa die Verzahnung von DGB-Jugend und der "Erwachsenen"-Struktur. Wir müssen darüber diskutieren, wie wir die engagierten Kolleg_innen bei dem Übergang vom Jugend- in die "Erwachsenen"-DGB- und Mitgliedgewerkschaftsstrukturen begleiten können. Viele fallen in ein organisatorisches Loch. Das müssen wir schließen, um die Ideen und Tatkraft der Kolleg_innen zu halten und zu bündeln.

Als Nächstes…
…ist das Thema Tarifbindung gesetzt. Ziemlich ungewöhnlich, mag mancher denken, weil die Tarifpolitik eine der wichtigsten Aufgaben der Mitgliedsgewerkschaften ist. Aber ein großer Teil verbindet mit dem Wort "Tarif" eher den Handyvertrag als gute Arbeitsbedingungen, höhere Entlohnung und mehr Urlaubstage. Bei den Menschen den Begriff "Tarif" damit wieder in Verbindung zu bringen, kann die Aufgabe des DGB auf lokaler Ebene sein, durch Aktionen auf der Straße und in den Betrieben. Handwerkszeug dafür kommt im Herbst, sodass wir mit dem Thema richtig durchstarten können.

Mitgenommen habe ich,…
…dass wir diese offenen Formate viel häufiger brauchen, auf lokaler, Bezirks- oder Bundesebene, vielleicht halbjährlich: Junge Menschen profitieren von den Erfahrungen der älteren Kolleg_innen, und die werden für Perspektiven der Jugend sensibilisiert. Anstöße für kreative Formate und viel Fachwissen nehme ich jetzt in meine Region mit. Ich habe größte Lust, schon morgen loszulegen!


Isabelle Gagel

Ich war bei der Sommerwerkstatt, weil…
…mein Leben zu einem großen Teil aus gewerkschaftlicher Arbeit besteht. Die Sommerwerkstatt ist eine tolle Möglichkeit, sich mit anderen Ehrenamtlichen auszutauschen, gerade in die Workshops oder die Fish-Bowl-Diskussion neue Perspektiven zu bringen.

Wichtig war…
…für mich als junge Frau mit 24 Jahren vor allem das Thema Jugend. In einer extra Workshop-Runde, die die Teilnehmer_innen organisiert hatten, diskutierten wir über ihre Einbindung und Wahrnehmung. Wir sind sehr, sehr stark, haben eigene Strukturen und andere Zeitfenster – und müssen unbedingt in Zukunft schauen, wie wir unsere Kräfte bündeln und besser zusammenarbeiten, um unser ganzes Potenzial entfalten zu können.

Als Nächstes…
…muss vor allem der Übergang von der DGB-Jugend zum DGB ab 27 Jahren besser gestaltet werden, um keine Aktiven zu verlieren. Wir brauchen Beteiligungsformate, die zeitgemäß, modern und von einer zielgruppengerechten Ansprache geprägt sind, müssen gemeinsam Konzepte im Bereich Aktionen (z. B. Wohnen, Antikriegstag, 1. Mai, Equal Pay Day etc.) und Bildungsarbeit (Politreisen, Gedenken und Erinnern, Betriebsbesichtigungen, Seminare etc.) ausarbeiten.

Gerade in dem Best-Practice-Workshop "Soziales Europa" konnte ich zeigen, was die DGB-Jugend alles zur Europawahl gemacht hat. Im Workshop zur Tarifbindung, das neue Kernthema für die kommende Aktionsphase des Zukunftsdialogs, konnte ich junge Inputs geben. Tarifflucht muss verhindert werden, mittlerweile ist nur noch jedes vierte Unternehmen tarifgebunden.

Nach Hause gehe ich…
…unglaublich inspiriert und motiviert von den ganzen ehrenamtlichen Teilnehmer_innen, die alle schon sehr lange für gewerkschaftliche Themen einstehen. Ich habe gesehen, dass wir viele sind und gemeinsam – wenn wir zusammenstehen – etwas erreichen können.

Christoph Hanschke

Ich war bei der Sommerwerkstatt, weil…
…ich die DGB-Jugend Rheinland-Pfalz/Saarland bereits bei der Auftaktveranstaltung des Zukunftsdialogs vertreten durfte und daraufhin von meiner Jugendsekretärin auch auf die Sommerwerkstatt angesprochen wurde. Die Chance, die – gewerkschaftliche – Zukunft aktiv mitzugestalten und insbesondere junge Perspektiven einzubringen, hat mich nach Hattingen geführt. Dafür habe ich auch gerne Urlaub genommen!

Als junger Mensch hat mich…
…natürlich die Digitalisierung interessiert. Neben den befürchteten Risiken bietet sie vor allem große Chancen und wird schon mittelfristig unsere Gesellschaft in allen Bereichen nachhaltig verändern. Diese Veränderungen müssen wir als Gewerkschaften konstruktiv begleiten, um Verbesserungen für alle Menschen zu erreichen.

Das Beste war…
…das Zusammentreffen mit vielen motivierten Gewerkschafter_innen. Gemeinsam die Themen der nahen und fernen Zukunft zu diskutieren und dabei ganz neue Perspektiven kennenzulernen, war ein unheimlicher Gewinn für mich. Super Gespräche fanden wie so oft dabei außerhalb des offiziellen Programms statt.

Besonders am Herzen liegt mir, dass…
… über die derzeitigen Probleme und deren Lösungen hinausgedacht wird.

Ich nehme…
…ganz viel Motivation mit, neue Kontakte aus dem ganzen Land und einen Kreativitätsschub, den sowohl mein Stadtverband als auch die DGB-Jugend RLP/S und meine JUNGE GRUPPE in der GdP schon ertragen mussten. Dazu die klare Botschaft: Gewerkschaften müssen sich verändern, um weiter eine zentrale Rolle in einer sich immer schneller verändernden Gesellschaft spielen zu können.

(aus der Soli aktuell 9-10/2019, Autorin: Soli aktuell)

Der Zukunftsdialog
Im Juli 2019 fand die Sommerwerkstatt des DGB-Zukunftsdialogs statt. Eingeladen waren die Aktiven aus den DGB-Kreis- und DGB-Stadtverbänden als auch Delegierte der Jugend und der Frauen. In den kommenden Jahren lädt der DGB vor Ort in ganz Deutschland zu Veranstaltungen ein und setzt lokale Initiativen um.

www.redenwirueber.de