Deutscher Gewerkschaftsbund

Wir sind die Brücke: 70 Jahre DGB-Jugend

"Ihr seid die Zukunft": Vor 70 Jahren wurde die DGB-Jugend gegründet.

© Franz Matzkowski/DGB

Das Grenzlandtreffen 1949 mit Hans Böckler (vorn, 2. v. l.)

Die neue deutsche Gewerkschaft wird Brücke sein zwischen Alt und Jung, zwischen Arbeitern, Angestellten und Beamten, zwischen all den Menschen also, die in arbeitsabhängiger Stellung mit dem Einsatz ihrer Person ihr Leben fristen." Das schrieb der erste DGB-Vorsitzende Hans Böckler ins Vorwort der "Leitsätze für die Gewerkschaftliche Jugendarbeit".

Wie diese Leitsätze wird auch die DGB-Jugend dieses Jahr 70. Im Frühjahr 1949 fand ein erstes "Grenzlandtreffen der schaffenden Jugend" in Aachen statt, die DGB-Gründung folgte am 8. Mai 1949. In die DNA der DGB-Jugend schrieb Böckler auch Folgendes: "Ich sage euch, dass ihr die Zukunft seid und dass ihr Herr werdet über die große Not der Gegenwart für eine bessere Zukunft, wenn ihr richtige und aufrichtige Gewerkschafter seid."

Im August 1950 folgte die erste Bundesjugendkonferenz. Zentrales Thema war die ständige Verschlechterung der sozialen Lage der arbeitenden Jugend im Bundesgebiet. Die Delegierten stellten diese zentralen Forderungen auf:

  • Der Bundesjugendausschuss soll ein Weißbuch veröffentlichen, in dem die "rücksichtslose Ausbeutung des jugendlichen Menschen durch die Industrie und ihre Vertreter" angeprangert werden sollten.
  • Die Bundesregierung und die Regierungen der Länder sollen Sofortmaßnahmen zur "Intensivierung des staatspolitischen Unterrichts in allen berufsbildenden und allgemeinbildenden Schulen" ergreifen.
  • Sie sollen Maßnahmen zur "Behebung der Berufsnot der Jugend und Beseitigung der Jugendarbeitslosigkeit" ergreifen.
  • In einem Berufsausbildungsgesetz soll das "volle und uneingeschränkte Mitbestimmungsrecht der Gewerkschaften in allen Fragen der Berufsausbildung" sowie eine "eindeutige Regelung des Lehrverhältnisses als Arbeitsverhältnis der besonderen Art" verankert werden.

 

(aus der Soli aktuell 9-10/2019, Autorin: Soli aktuell)