Deutscher Gewerkschaftsbund

Ich bin mein eigenes Zentrum: Der Film "Freie Räume"

"Freie Räume" – ein Film über die Jugendzentrumsbewegung der siebziger Jahre kommt in die Kinos.

Die Studentenrevolte, der Aufbruch, die sexuelle Revolution, das Lossagen vom Nachkriegsdeutschland der Täter_innen und Mitwisser_innen: Das alles wurde in den letzten Jahren auf vielen Ebenen breit thematisiert, es wurde geforscht; unzählige Bücher und Filme hatten die "68er"-Bewegung zum Thema.

Weithin unbekannt ist jedoch, dass sich die Ideen und Forderungen der 68er in einer anderen Jugendbewegung wiederfinden sollten. In den frühen siebziger Jahren versuchten Tausende von Jugendlichen in Westdeutschland, selbstverwaltete Jugendhäuser aufzubauen, um sich eigene Treffpunkte zur Freizeitgestaltung zu schaffen. Sie gingen auf die Straßen, sammelten Unterschriften und stritten sich mit Kommunalpolitiker_innen.

Viele Auszubildende spielten dabei eine große Rolle. Schon Ende der sechziger Jahre hatten sie begonnen, sich mit Protestaktionen gegen Gängelung und miese Ausbildungsbedingungen zu wehren. Die Verabschiedung des Berufsbildungsgesetzes im Jahr 1969 war ein Erfolg der sogenannten Lehrlingsbewegung.

© Freie Räume Film

Am besten gefiel die Idee der Selbstverwaltung Jugendlichen in kleinen und mittelgroßen Städten, abseits der Metropolen – kein Konsumzwang, dafür jede Menge Konzerte.

Heute existieren noch um die 100 Jugendzentren und noch einige Jugendclubs. In seinem aktuellen Film "Freie Räume", der auch auf Recherchen des Historikers David Templin (Im Interview: Soli aktuell 2-2018) basiert, lässt Regisseur Tobias Frindt Akteur_innen von den Ereignissen berichten und besucht Orte des früheren und heutigen Geschehens.


"Freie Räume". D 2019. Regie: Tobias Frindt. Derzeit in den Kinos. Infos auf http://freieraeume-film.de/

(aus der Soli aktuell 7-2019, Autorin: Soli aktuell)