Deutscher Gewerkschaftsbund

"Wir haben ähnliche Anliegen": So war die Vernetzungstagung

Gerade fand die Vernetzungstagung der gewerkschaftlichen Studierenden- und Berufsschularbeit statt. Die Trainer_innen Katharina Wilke und Jörn Strömsdörfer berichten.

© Privat

Trainieren zusammen im Auftrag der Gewerkschaftsjugend: Jörn Strömsdörfer und Katharina Wilke

Katharina, wie kamst du dazu, an der Vernetzungstagung teilzunehmen?
Ich habe bei der DGB-Jugend eine Ausbildung zur Trainerin für Berufsschularbeit gemacht. Da war es naheliegend, dass ich meinen Bezirk bei der Tagung vorstelle. Sie bietet eine gute Plattform, um sich mit Ehrenamtlichen aus den verschiedenen Bezirken zu vernetzen, präsentiert sehr gute Best-Practice-Beispiele und bringt Energie und Schwung zu den Ehrenamtlichen.

Wo siehst du die Unterschiede bei den Zielgruppen Auszubildende und Studierende?
Phuh, das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Ich glaube, dass beide Gruppen zum Teil sehr ähnliche Anliegen haben, wie etwa preiswerten Wohnraum und gute Bezahlung. Als einen möglichen Unterschied würde ich die Wegezeit für Auszubildende nennen: Besonders in Flächenländern müssen sie teilweise große Strecken zwischen Wohnort, Ausbildungsplatz und Berufsschule zurücklegen.

Was gefällt dir besonders an der Vernetzung beider Bereiche?
Ich finde es gut, die Themen zusammen zu behandeln, da es sich bei beiden Gruppen um Personen handelt, die sich in großen Abhängigkeitsverhältnissen befinden. Wir möchten eine gute Ausbildung in den Betrieben und eine gute Bildung sowohl an Berufsschulen als auch an den Hochschulen. Oft werden die beiden Gruppen gegeneinander ausgespielt. Bei der Tagung wird klar, dass es auch Gemeinsamkeiten gibt und wir nur zusammen etwas ändern können.

Was nimmst du von der Tagung mit?
Ganz viel Energie und neue Ideen. Ich fand das Konzept aus NRW, eine Hochschultour – ähnlich der Berufsschultour – zu organisieren, gut und hätte Lust, das auch bei uns zu machen. Großer Fan bin ich auch vom Bildungsprogramm aus Hessen-Thüringen.

Machst du nächstes Mal etwas anders?
Ich habe mir vorgenommen, noch mehr in den Austausch mit anderen Teilnehmenden zu gehen. Das Schöne bei solchen Tagungen sind auch die coolen Leute, die man dort trifft.


(aus der Soli aktuell 6/2019, Autorin: Soli aktuell)


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Immer noch überfahren
Von Jörn Strömsdörfer
Ich durfte mit Gewerkschafter_innen aus Ehren- und Hauptamt aus ganz Deutschland am Vernetzungstreffen in Hattingen teilnehmen und ich freue mich, dort gewesen zu sein. Ich habe gehofft, als frisch gebackener s@w-Trainer zu erfahren, wie an anderen Orten studentische Gewerkschaftsarbeit gemacht wird und mir Dinge aus der Berufsschularbeit für die Studierendenarbeit abzugucken.

Und meine Erwartungen sind toll getroffen worden: Ich hörte von coolen Events wie der "Galerie der Bezirke" und erhielt einen besseren Überblick. Bei den Workshops entschied ich mich für das Thema "Aktivierende Ansprache" und bin seitdem immer noch überfahren von der Fülle und Bandbreite der Ideen zu Eyecatchern, Dingen für die Sinne, Dos und Don’ts und Eisbrechern, die wir als Gruppe zusammengetragen haben.

Ich freue mich, auf unseren nächsten Events wie z. B. den Campustagen und Tagen der Studienfinanzierung an Hochschulen in Berlin-Brandenburg mit Berater_innen der Campus Offices, die in Hattingen visionierten Konzepte auf die Probe zu stellen.

Mein Take-Away, neben einem Koffer voll Motivation und einem Katalog von Ideen, ist, dass wir – auch wenn die Zielgruppen von Berufsschul- und Studierendenarbeit unterschiedlich sind – die Ergebnisse unserer Kreativität immer wieder austauschen sollten. Denn egal, ob wir auf einem Berufsschulhof oder einem Campus stehen: Die coolen Ideen, die junge, aktive Gewerkschafter_innen zusammen entwickeln, können überall eingesetzt werden.


(aus der Soli aktuell 6/2019, Autor: Jörn Strömsdörfer)