Deutscher Gewerkschaftsbund

Besser ausbilden: Die DGB-Jugend zum Berufsbildungsbericht

Mit den Daten des neuen Berufsbildungsberichts kann die DGB-Jugend nicht zufrieden sein.

© DGB-Jugend Düsseldorf

Ausbilden statt Ausgrenzen: Wie in Düsseldorf (Bild) war die DGB-Jugend am 1.Mai in vielen Städten für ein soziales Europa auf der Straße. In Erfurt feierte sie im Bündnis "Zusammenstehen" mit 10.000 Menschen das »Fest der Vielen«.

Mit den Daten des neuen Berufsbildungsberichts kann die DGB-Jugend nicht zufrieden sein. Ausbilden statt Ausgrenzen« – so stand es auf einem Transparent der Gewerkschaftsjugend am 1.Mai. Insgesamt 381.500 Menschen demonstrierten am Tag der Arbeit für soziale Gerechtigkeit. Denn dass die nicht immer die Realität ist, beweist auch der neue Berufsbildungsbericht der Bundesregierung. Mehr als zwei Millionen Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren hat nach den aktuellen Daten keinen Berufsabschluss. Fast jeder dritte Jugendliche mit Hauptschulabschluss ist ohne Beruf – ihnen droht oft eine schlechte Beschäftigung oder Arbeitslosigkeit. Schöne Aussichten.

Die Regierung sieht das naturgemäß anders. Schließlich ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge auf 531.414 gestiegen, das sind 8.124 mehr als im Jahr zuvor (+ 1,6 Prozent). „Das beweist die Attraktivität der Ausbildung“, sagt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU).

Daniel Gimpel mag sich nicht so richtig mitfreuen. „Schon weil 25,7 Prozent der Verträge wieder gelöst werden“, sagt der DGB-Jugend- Ausbildungsexperte: „Vor allem Berufe mit einer hohen Belastung, wenig Ausbildungsqualität und schlechter Vergütung präsentieren schlechte Daten.“

Auch andere Zahlen sehen erstmal schön aus, versprechen aber mehr, als sie halten: So ist das Angebot an Ausbildungsplätzen zwar erneut gestiegen (+ 2,9 Prozent), die Lage am Ausbildungsstellenmarkt hat sich jedoch gegenüber den vorangegangenen Jahren weiter verschärft: 57.700 Stellen blieben unbesetzt (2017: 49.000) – und das, obwohl 80.000 Jugendliche immer noch nach einer Ausbildungsstelle suchen – eine groteske Situation. Und bei einer ehrlichen Angebots-Nachfrage-Relation von 96,6 gemeldeten Stellen zu 100 suchenden Jugendlichen ist man von einem auswahlfähigen Angebot noch weit entfernt.

Was auch gern vergessen wird: Rund 270.000 Jugendliche befinden sich in zahllosen Maßnahmen im Übergang von der Schule in die Ausbildung. Sie gelten als versorgt, suchen aber de facto einen Ausbildungsplatz.

Außerdem bilden nur noch 19,8 Prozent der Betriebe aus – eine erschreckend niedrige Quote! „Nach Fachkräften rufen alle, nur ausbilden will sie keiner“, kritisiert Gimpel.

Die DGB-Jugend fordert eindringlich, bessere Ausbildungsbedingungen und eine Mindestausbildungsvergütung festzuschreiben, und das vor allem in solchen Berufen, wo sich die Arbeitgeber weigern, Tarifverträge abzuschließen. Gimpel: „Wir erwarten eine hohe Ausbildungsqualität und eine faire Bezahlung während und nach der Ausbildung.“

Die Gewerkschaftsjugend kämpft deshalb für ein neues Berufsbildungsgesetz, das die Bundesregierung noch in diesem Jahr umsetzen möchte.


Infos: https://jugend.dgb.de/bbig