Deutscher Gewerkschaftsbund

Ein attraktives Ergebnis: Der Tarif im öffentlichen Dienst der Länder

Mit dem neuen Tarifabschluss haben die Gewerkschaften den öffentlichen Dienst besser aufgestellt.

ver.di jugend

© ver.di Jugend

Nach einer langen dritten Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst der Länder, den die Gewerkschaften ver.di, GdP, GEW und IG BAU führten, gibt es ein Verhandlungsergebnis. Im Zentrum stand eine intensive Auseinandersetzung um die Neugestaltung der Entgeltordnung für die Beschäftigten. Das bedeutet konkret für Auszubildende:

  • Erhöhung der Vergütung um 100 Euro in zwei Schritten: 50 Euro rückwirkend zum 1. Januar 2019 und noch einmal 50 Euro zum 1. Januar 2020
  • Angleichung des Urlaubsanspruches auf 30 Tage
  • Verlängerung der Regelung zur unbefristeten Übernahme der Auszubildenden.

Diese Regelung gilt bis zum 30. September 2021. "Die Warnstreiks zeigten eine starke Wirkung, und die Auszubildenden konnten ihre Forderungen fett platzieren", heißt es bei der ver.di Jugend.

Außerdem wird die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) mit den Gewerkschaften über die Ausbildungsbedingungen von Studierenden in ausbildungsintegrierten dualen Studiengängen verhandeln. So wird sie in die bereits laufenden Verhandlungen zwischen Gewerkschaften, kommunalen Arbeitgebern und Bund zur Tarifierung der dual Studierenden miteinsteigen.

Für die Beschäftigten gilt folgendes Ergebnis:

  • 3,2 Prozent, mindestens 100 Euro, rückwirkend zum 1. Januar 2019
  • 3,2 Prozent, mindestens 90 Euro, zum 1. Januar 2020
  • 1,4 Prozent, mindestens 50 Euro, zum 1. Januar 2021.

Das bedeutet insgesamt ein Volumen von 8 Prozent und einer ausgeprägten sozialen Komponente von 240 Euro über die Laufzeit von 33 Monaten – unabhängig von Entgeltgruppe und Stufe. Insbesondere für Beschäftigte in der Krankenpflege konnte eine Aufwertung erzielt werden: So erfolgt die Übernahme der Krankenhaus-Tabelle aus dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes – TvöD rückwirkend zum 1. Januar 2019, die Gehaltserhöhung sowie eine extra Zulage für Pflegekräfte von 120 Euro monatlich.

Zusätzlich konnte am Rande der Verhandlungen erreicht werden, dass die TdL endlich den Tarifvertrag für die betrieblich-schulischen Auszubildenden – TVA-L Gesundheit unterschrieben hat. Damit tritt die Tarifeinigung rückwirkend zum 1. Januar 2019 in Kraft. "Ein starkes Ergebnis für die Jugend", schreibt die ver.di Jugend.

Als "ordentlichen Abschluss" hat auch die GEW das Tarifergebnis bezeichnet. Die Steigerung in drei Schritten um 8 Prozent mit der sozialen Komponente von 240 Euro über die Vertragslaufzeit von 33 Monaten bedeute, dass der Verdienst von Berufsanfänger_innen überproportional erhöht werde. "Das Ergebnis stärkt die Attraktivität des öffentlichen Dienstes", sagt die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. Die Angleichungszulage der angestellten Lehrer_innen erhöht sich um 75 auf 105 Euro. Tepe: "Damit ist ein wichtiger Schritt in Richtung Paralleltabelle getan – auch wenn sich die GEW noch mehr gewünscht hätte."

Ähnlich äußert sich der Vorsitzende der GdP, Oliver Malchow. "Der Abschluss hat eine starke soziale Komponente. Jede und jeder Beschäftigte wird über die Laufzeit hinweg mindestens 240 Euro mehr bekommen." Auch er sagt, dass der Abschluss "die Attraktivität des öffentlichen Dienstes erhöht".

Für die IG BAU sagt Verhandlungsführer Harald Schaum: "Damit halten die TV-Forst-Beschäftigten und Auszubildenden Anschluss an den Einkommensentwicklungen im öffentlichen Dienst der Länder, an deren Entwicklung sie sich durch ihre Teilnahme an den erfolgreichen Warnstreiks zur Tarif- und Besoldungsrunde 2019 zum TV-L unterstützt haben."


(aus der Soli aktuell 5/2019, Autorin: Soli aktuell)

Der Kommentar