Deutscher Gewerkschaftsbund

Stress 4.0 ist jung

Arbeit und Leben: Die Digitalisierung setzt junge Arbeitnehmer_innen unter Druck, belegt eine neue Studie der Hans-Böckler-Stiftung.

Stress-Skala

© Hans-Böckler-Stiftung

Arbeitnehmer_innen sind heute von vielen elektronischen Geräten umgeben, seien es PC und Smartphone oder elektronische Kassensysteme. Die Technik nimmt Beschäftigten Arbeit ab, doch sie schafft auch neue Belastungen. Welcher Effekt überwiegt, ist schwer zu sagen. Fest steht aber: Digitalstress setzt den Beschäftigten zu. Das zeigt eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie der Universität Augsburg, für die über 2.600 junge Arbeitnehmer_innen befragt wurden.

Das größte Problem ist die Unsicherheit der Beschäftigten im Umgang mit immer neuen Programmen und Geräten. Dazu kommen die Unzuverlässigkeit der Technik und die Arbeitsüberflutung durch die elektronischen Systeme: Beschäftigte haben oft das Gefühl, die Technik mit all ihren Funktionen nicht wirklich im Griff zu haben – und obendrein das ungute Gefühl, die fortschreitende Digitalisierung bedrohe über kurz oder lang den eigenen Arbeitsplatz.

Besonders ausgeprägt ist der Stress dort, wo hoch digitalisierte Arbeitsplätze mit Beschäftigten zusammentreffen, die sich der Technologie nicht gewachsen fühlen. Überraschenderweise sind es nicht die älteren Arbeitnehmer_innen, die sich am stärksten unter Druck fühlen, sondern die 25- bis 35-Jährigen – von denen die Forscher_innen eigentlich erwartet hätten, dass sie die wenigsten Probleme mit der Digitalisierung haben.

Häufiger digital gestresst sind Frauen, die im Schnitt auch an stärker digitalisierten Arbeitsplätzen tätig sind und sich im Umgang damit als kompetenter einstufen, als es Männer im Durchschnitt tun. Das Fazit der Forscher_innen: Mitarbeiter_innen brauchen mehr Unterstützung bei der Weiterqualifikation zum Erwerb des nötigen Know-hows – damit sie die Technik beherrschen und nicht von der Technik beherrscht werden. Grundvoraussetzung sei verlässlicher Support, Benutzerfreundlichkeit und technische Verlässlichkeit.


Infos: www.boeckler.de/117423_117428.htm

(aus der Soli aktuell 4/2019, Autorin: Soli aktuell)