Deutscher Gewerkschaftsbund

8. März - Frauentag!

Was bedeutet der internationale Kampftag für junge Gewerkschafterinnen? Gleichstellung, sagen Sarah Wagener und Elisa Knitsch.

Zwei junge Frauen

© Privat

Elisa Knitsch (l.), 25, studiert Englisch und Sozialwissenschaften. Sie arbeitet im Hochschulinformationsbüro der jungen GEW, engagiert sich in der DGB-Jugend zu ­frauenpolitischen Themen und bei »Siegen Nazifrei«. Sarah Wagener, 27, studiert Sozialwissenschaften, jobbt im Gleichstellungsbüro der Uni Siegen und engagiert sich in der ver.di- und DGB-Jugend zu frauenpolitischen Themen.

Elisa: Der Internationale Frauenkampftag steht für mich dafür, die frauen*politischen Errungenschaften zu feiern und gleichzeitig daran zu denken, dass wir für echte Gleichstellung weiter kämpfen müssen.

Sarah: Wichtig ist mir dabei auch, dass jeden Tag Frauen*kampftag ist, so lange bis alle Menschen, egal welches Geschlecht, welche Herkunft und welche Religion, gleichgestellt sind.

Was ist beim Thema Gleichstellung das größte Problem?
Elisa: Ich bin jeden Tag mit strukturellem Alltagssexismus konfrontiert.
Sarah: Mit Blick aufs Berufliche fällt mir direkt der Gender Pay Gap ein und dass Frauen und LGBTQI in Sachen Karriere benachteiligt sind. Besonders am Herzen liegt mir aber die Sorgearbeit, die immer noch als typisches "Frauenthema" angesehen wird und eine geringfügige Anerkennung erfährt – im Privaten genauso wie in Care-Berufen, etwa in Pflege oder Erziehung.

Wie und wo seid ihr für diese Ziele aktiv?
Elisa: Ich organisiere Diskussionen und Veranstaltungen. Das Thema Alltagssexismus kann man aber auch in allen Lebensbereichen ansprechen.
Sarah: Stimmt! Auch ich beobachte im Alltag immer wieder Situationen, in denen man sich gut mit anderen solidarisieren kann. Ich versuche aber auch, Feminismus zum Beruf zu machen. Außerdem integriere ich das Thema mit wissenschaftlicher Arbeit in mein Studium.

Im Vorfeld des 8. März organisiert ihr eine Filmvorführung…
Sarah: Gemeinsam mit einem Zusammenschluss von Frauen aus verschiedenen Gewerkschaften und Initiativen zeigen wir den feministischen Film "#Female Pleasure". Diese Gruppe organisiert seit einigen Jahren zum 8. März und zum Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit unterschiedliche Aktionen. Ihr Anliegen ist es, dem Thema Gleichberechtigung zu diesen beiden besonderen Terminen eine Bühne zu bieten und es für ein breites Publikum zugänglich zu machen, das sich eventuell auch nicht politisch oder gewerkschaftlich engagiert. Damit haben wir großen Erfolg: Die Veranstaltungen sind immer sehr gut besucht.

Elisa: "#Female Pleasure" zeigt verschiedene Problematiken, mit denen sich fünf Frauen aus verschiedenen Regionen rund um den Globus konfrontiert sehen, und zeichnet ihren spannenden Weg nach. Im Anschluss gibt es, wie immer bei uns, eine gut besuchte, rege Diskussion.

Manche Bundesländer wollen, dass der 8. März ein Feiertag wird. Wie steht ihr dazu?
Elisa: Grundsätzlich gilt: Feiertage sind immer gut! Insbesondere zu Themen, die mehr Aufmerksamkeit verdient haben.

Sarah: Ich fände das als Symbol gut, um das Thema mehr in die Mitte der Gesellschaft zu rücken. Vielleicht regt es den einen oder die andere an, sich dazu noch einmal Gedanken zu machen. Außerdem finde ich es sehr wichtig, der historischen Errungenschaften im Kampf des Feminismus und der damit verbundenen berühmten Persönlichkeiten zu gedenken. Aber nicht vergessen: Jeden Tag ist Frauen*kampftag!

***

DGB und Frauentag
Zum 8. März rufen die Frauen im DGB auf, sich auf die Europawahl am 26. Mai zu konzentrieren. Denn Europa ist ein Motor der Gleichstellungspolitik und ein Bollwerk gegen den Antifeminismus der Rechtspopulisten. Gleichstellung ist nicht nur eine Frage der sozialen und wirtschaftlichen Verantwortung. Sie ist vor allem eine Frage der Gerechtigkeit!
https://frauen.dgb.de/-/1Qi

Equal Pay Day
Auch diese Jahr werden Frauen wieder bis zum 18. März umsonst arbeiten. Denn ihre Lohnlücke beträgt 21 Prozent. 21 Prozent des Jahres für lau, dagegen protestieren wir mit dem "Equal Pay Day"!
www.equalpayday.de


(aus der Soli aktuell 3/2019, Autorin: Soli aktuell)

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