Deutscher Gewerkschaftsbund

Material gegen rechts von der "Gelben Hand"

Die "Gelbe Hand" richtet sich mit einer neuen Website an Ausbilder_innen und Berufsschullehrer_innen.

Der Zweite Weltkrieg wurde von den Juden angezettelt", "Wir bräuchten wieder einen Führer, der richtig aufräumt": Nicht wenige glauben, dass die rechte Einstellung dafür Sorge trägt, dass der Hang der Welt zur Unordnung sich per Befehl in ordentliche deutsche Verhältnisse wandelt. Die Gewerkschaftsjugend steuert solchen Haltungen in ihrer Arbeit entgegen: Einfache Lösungen für komplexe Probleme taugen nicht.

Aktiv im Betrieb gegen rechts – das ist auch das Programm des Kumpelvereins "Die Gelbe Hand". Die neue Seite "Unterrichtsmaterial.gelbehand.de" präsentiert seit Kurzem Handreichungen und Ablaufpläne mit Hinweisen, Bilder, Karikaturen und Filmen für Jugend- und Auszubildendenvertreter_innen (JAV), Ausbilder_innen, Lehrer_innen und alle anderen, die in der jugend- und arbeitsweltbezogenen Antirassismusarbeit aktiv sind.

Wie kann ich extrem rechte Meinungen erkennen, was tue ich gegen sie? Eine Suchmaske sorgt dafür; dass die richtige Unterrichtseinheit gefunden wird, mit Handout, Fragebögen und Präsentationen. Die Materialien wurden mit dem Ziel entwickelt, Antirassismus als Teil der Ausbildung zu etablieren und den Lehrkräften eine selbstständige Behandlung von extrem rechten Haltungen im Unterricht so weit wie möglich zu erleichtern.

Der zeitliche Rahmen der Einheiten – 30, 60 und 90 Minuten für die Betriebe sowie 45 und 90 Minuten für die Schule – ermöglicht es, diese so einzusetzen, dass der Lehrplan oder der Ausbildungsplan nicht beeinträchtigt wird oder sie als Hindernis angesehen werden. Die Unterrichtsmodule sollen dazu dienen, ausgrenzende Denk- und Verhaltensmuster unter den Auszubildenden und Berufsschüler_innen zu identifizieren, und ihnen Alternativen vermitteln.

Die Materialien unterstützen die Arbeit der "Gelbe Hand"-Fachstelle "Junge Aktive": Sie bietet Beratung und Unterstützung beim Engagement in der Ausbildung, Berufsschule und in der Gewerkschaftsjugend. Der Betrieb ist ein Ort, wo Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, Kultur sowie politischer und weltanschaulicher Einstellung aufeinandertreffen und miteinander auskommen müssen. Er ist daher ideal für das Engagement für Vielfalt, Demokratie und gegen Rassismus. Die Aufgabe der Fachstelle "Junge Aktive" des Kumpelvereins besteht darin, dieses betriebliche Engagement zu fördern und zu unterstützen.

Auch in der neuen Broschüre "Aktiv gegen Rassismus in der Ausbildung. Handlungsmöglichkeiten und Beispiele aus der betrieblichen Praxis" werden verschiedenen Formen des betrieblichen Engagements vorgestellt, u. a. der Wettbewerb der "Gelben Hand" und die Handlungsmöglichkeiten für die JAV. Eine Vielzahl guter Initiativen wird bereits jetzt umgesetzt.

Gerade die JAV kann über den Betriebsrat coole Projekte beantragen. Doch oft ist es so: Sie werden einmal durchgeführt und dann nicht wiederholt. Angriffe auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind aber eine fortwährende Herausforderung und bedürfen eines dauerhaften Engagements. Die Broschüre eignet sich daher als Handlungsempfehlung für gewerkschaftlich und betrieblich Aktive, um das Engagement gegen Menschenfeindlichkeit, Rassismus und für Demokratie und Vielfalt in die Arbeitswelt zu tragen und zu verstetigen.

(aus der Soli aktuell 3/2019, Autorin: Soli aktuell)