Deutscher Gewerkschaftsbund

ver.di Jugend: Der Durchbruch ist geschafft

ver.di erzielt Tarifeinigung: Auch Azubis in betrieblich-schulischen Gesundheitsberufen erhalten jetzt eine Ausbildungsvergütung.

Katharina Schie

© ver.di Jugend

"Die lange Auseinandersetzung hat sich gelohnt! Ja, es war hart. Und manchmal haben die Kolleginnen und Kollegen schon gedacht, es bringt alles nichts! Aber man sieht jetzt: Wenn wir uns zusammentun, können wir etwas erreichen."
Katharina Schie, Auszubildende zur Diätassistentin, Uniklinik Essen

Ein grandioser Erfolg: Die betrieblich-schulischen Auszubildenden in kommunalen Krankenhäusern und Unikliniken erhalten seit dem 1. Januar 2019 eine Vergütung. ver.di und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) haben vereinbart, dass Auszubildende zu Medizinisch-Technischen Assistent_innen, Physiotherapeut_innen, Diätassistent_innen, Orthoptist_innen, Logopäd_innen und Ergotherapeut_innen in den Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD) miteinbezogen werden.

Das Gleiche hat ver.di auch mit der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) für die Universitätskliniken im Geltungsbereich des Tarifvertrags für Auszubildende der Länder (TVAL) vereinbart. Notfallsanitäter_innen im Bereich der Länder werden in den Tarifvertrag für Auszubildende in der Pflege aufgenommen.

Wie konnte das erreicht werden? Angefangen haben Auszubildende an sechs Unikliniken in Nordrhein-Westfalen – für ihr Engagement erhielten sie erst kürzlich den JAV-Preis der DGB-Jugend (siehe Soli aktuell 1/2019). Sie haben eine bundesweite Tarifbewegung angestoßen, von deren Erfolg nun mindestens 4.500 Auszubildende profitieren – und all diejenigen, die diese Berufe in Zukunft in einem Klinikum im Bereich der Länder oder der Kommunen ergreifen. Weil sie auch Mitglied bei ver.di geworden sind, konnte die Gewerkschaft überhaupt mit den Arbeitgebern verhandeln.

Zum Ergebnis: Die monatliche Vergütung ist nun fast so hoch wie im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege. Das heißt: Seit 1. Januar 2019 gibt es im ersten Ausbildungsjahr 965,24 Euro, im zweiten 1.025,30 Euro, im dritten Ausbildungsjahr 1.122,03 Euro.

Wie in der Pflege haben die betrieblich-schulischen Auszubildenden in kommunalen Krankenhäusern u. a. auch noch Anspruch auf 30 Urlaubstage im Jahr (Unikliniken: 29 Urlaubstage), eine Jahressonderzahlung in Höhe von bis zu 95 Prozent der Ausbildungsvergütung, bis zu fünf Tage Freistellung für Prüfungsvorbereitungen und bei bedarfsgerechter Ausbildung einen Anspruch auf Übernahme für mindestens zwölf Monate.

Wie geht es weiter? 2019 verhandelt ver.di mit den Ländern über Tariferhöhungen. Alles, was für Auszubildende dabei herausspringt, gilt auch für die betrieblich-schulischen Auszubildenden. Es lohnt sich also, wieder auf die Straße zu gehen – gemeinsam mit allen anderen Berufsgruppen.


https://tinyurl.com/ver-di-Gesundheit

(aus der Soli aktuell 2/2019, Autorin: Soli aktuell)