Deutscher Gewerkschaftsbund

Eine sehr gute Expertise: Das IDA und die Gewerkschaftsjugend

Jugendbildungsreferentin Christin Riedel vertritt die DGB-Jugend künftig im Vorstand des IDA e. V.

Christin Riedel

© Julia Meya

Christin Riedel, 33, ist Jugendbildungsreferentin in der DGB-Region Emscher-Lippe. Ende letzten Jahres löste sie Chris Alt als DGB-Jugendvertreter_in ab. Ihm gebührt Dank für zwei Jahre tolles Engagement!

Christin, du bist in den Vorstand des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e. V., kurz IDA, gewählt worden. Das Zentrum berät zu Rassismus, der extremen Rechten, Antisemitismus, interkultureller Öffnung und Diversität. Welches spezielle Interesse hat die DGB-Jugend an dieser Arbeit?
Als Gründungsmitglied des Zentrums ist für die DGB-Jugend klar, dass diese Themen von allen Jugendverbänden gebündelt getragen werden müssen. Es geht um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Gerade in dieser Zeit wird das so deutlich wie nie zuvor. Ausgrenzende Haltungen finden sich eben auch unter Kolleg_innen. Die aktuelle gesellschaftliche Polarisierung trifft damit auch die Gewerkschaften. Durch IDA haben wir die Möglichkeit, eine sehr gute inhaltliche Expertise in unsere Arbeit einzubringen.

Wie geschieht das genau?
Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften tragen ihr antifaschistisches Grundverständnis in die Betriebe. Nur wenn wir mit den Kolleg_innen vor Ort sprechen, kann die DGB-Jugend auch Richtung IDA kommunizieren, wo Bedarfe sind. Das IDA versteht sich als Fachstelle der Jugendverbände. Die Fragen, die wir haben, stellen sich auch andere Verbände und auch die Wissenschaft. Es macht den wissenschaftlichen Forschungsstand für unsere tägliche Arbeit nutzbar.

Gibt es Veränderungen, die du anstrebst?
IDA e. V. ist so vielfältig wie seine Mitglieder. Hinter den genannten Oberthemen verbergen sich unterschiedliche Möglichkeiten der Partizipation im Vorstand. Konkrete Schwerpunkte habe ich nicht und möchte möglichst offen in die Vorstandsarbeit einsteigen.

Wie sieht diese Arbeit aus?
Wir begleiten die Geschäftsstelle eng bei der täglichen Arbeit, unterstützen bei der inhaltlichen Ausrichtung und gleichen diese mit den Bedarfen der Gewerkschaften ab. Wir versuchen dann gemeinsam, diese Anfragen mit Expertisen zu hinterlegen: Analysen über die aktuellen Entwicklungen, Methoden und Ansätze für unsere Bildungsarbeit und für Kampagnen sowie Entwicklungsmöglichkeiten für die Jugendverbände generell und für die Gewerkschaftsjugend im Besonderen.

Wie hat das bisher geklappt?
In meiner Arbeit als Jugendbildungsreferentin in der Region Emscher-Lippe habe ich die Materialien von IDA e. V. immer als besonders hilfreich erachtet. Die Handreichungen, die man über die Mediathek abrufen kann, sind vielfältig und für unsere Arbeit hoch relevant: Seien es Podcasts über die extreme Rechte oder Methodensammlungen, ganz zu schweigen von den Broschüren etwa zum Nationalismus.

Das IDA nimmt auch den Rechtspopulismus in den Blick. Hier erleben wir Gewerkschafter_innen viele Angriffe – auf einzelne wie auch auf uns als gesellschaftliche Akteure. Hier war und ist die Arbeit des IDA unschätzbar wichtig für uns. Die Vernetzung hilft, sich über Erfahrungen und erfolgversprechende Strategien auszutauschen. Das IDA schließt die Lücke zwischen dem wissenschaftlichen "Elfenbeinturm" und unserer täglichen Arbeit – mit großem Gewinn für beide Seiten.


Infos: www.idaev.de

(aus der Soli aktuell 2/2019, Autorin: Soli aktuell)